Sponsel Grünes Gewölbe Band 2/Tafel 48

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Tafel 47 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 2 (1928) von Jean Louis Sponsel
Tafel 48
Tafel 49
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TAFEL 48
DAS TAUFBECKEN DER WETTINER FÜR KURFÜRST JOHANN
GEORG I. VON SACHSEN. IN TREIBARBEIT HERGESTELLT
VON DANIEL KELLERDAHLER IN DRESDEN 1613-1615
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 2 Tafel 48.jpg

[246] Das Taufbecken der Wettiner, in den Jahren 1613–15 hergestellt von Daniel Kellerthaler, Meister in Dresden vor 1612, gest. 1665(?).

Das Becken ist in der Form des Dreipasses derart komponiert, daß drei runde silberne Schüsseln mit vertieften Böden um ein kleineres rundes Mittelstück zu einem Becken vereinigt sind. Zwischen die Ränder des Beckens sind in den drei Winkeln des Dreipasses hochovale Zierschilder, die von gegossenen Putten flankiert werden, in radialer Anordnung eingesetzt und an den drei äußersten Stellen des dreiteiligen Beckens sind an den Rand länglich ovale Zierschilder aufgesetzt. An Stelle der Ränder ist um das höhere Mittelfeld eine vertiefte dreiteilige glatte Fläche gebildet, darauf sind dreimal je zwei gegossene Putten radial auf den Rahmen des Mittelfelds gestellt, als Girlandenhalter. Der Zwischenraum zwischen jedem Puttenpaar dient als Einsatzstelle für die drei Delphinsköpfe, die die Gruppe der Taufe Christi zu tragen haben. Alle Ränder und Zierschilder und die an diesen angebrachten gegossenen Verzierungsstücke sind vergoldet, während die in das Becken eingesetzten mit Reliefszenen getriebenen Platten der drei größeren runden Böden, des kleineren Mittelfelds und der Einsatzstücke der Zierschilder aus weißem Silber bestehen. – In dem Mittelfeld ist die Dreieinigkeit dargestellt. In den drei großen Schüsselfeldern die Beschneidung, die Darstellung im Tempel und die Taufe Christi im Jordan. Die Einsatzstücke der in den Winkeln des Dreipasses angesetzten Zierschilder enthalten die Szenen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, Christi Auferstehung und Das Jüngste Gericht. Die kleinen ovalen Schilder auf dem Rande des Beckens enthalten die Vertreibung aus dem Paradies, die Taufe des Kämmerers und die Gefangennahme Christi. Der Maßstab der Figuren ist verschieden, doch in je drei gleichartigen Platten übereinstimmend. Noch sind die vergoldeten Ränder der drei das Becken bildenden Schüsseln mit getriebenen figuralen Darstellungen in je zwei Szenen, der Sintflut, der Flucht der Juden aus Ägypten und der Einnahme des Heiligen Landes mit dem Untergange von Jericho ausgefüllt. Auf jeder der weißsilbernen Platten ist das Monogramm Kellerthalers, jeweils mit den Jahreszahlen 1613, 1614 und 1615 bezeichnet. – Die Schüssel steht auf drei, aus gegossenem Rollwerk gebildeten, und mit je einer Kinderbüste gezierten Füßen, und die Rückseite ist gleichfalls mit getriebener und gepunzter Arbeit verziert, und zwar einem Fruchtbündel in der Mitte, drei Engelhermen in Rollwerkumrahmung auf dem Boden jedes Beckens, sowie Fruchtbündeln, Laub- und Rollwerk am Rande und an den Ansatzstücken. Der Rand enthält ferner noch die Darstellungen der Sintflut, des Durchzugs durch das Rote Meer und durch den Jordan wie auf der Vorderseite.