Sponsel Grünes Gewölbe Band 4/Tafel 47

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Tafel 46 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 4 (1932) von Jean Louis Sponsel
Tafel 47
Tafel 48
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TAFEL 47
SCHNITZEREIEN IN HOLZ UND ELFENBEIN
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 4 Tafel 47a.jpg
Sponsel Grünes Gewölbe Band 4 Tafel 47b.jpg

[134] a) und c) Hottentottenpaar. Der Mann, mit zurückgelegtem Kopf auf blickend, ein Fell um die Lenden, ein größeres um die rechte Schulter geschlagen, hält in der Rechten ein kurzes Schwert. Der Bogen hängt an dem, mit einem Reif geschmückten linken Arm, der Köcher mit Pfeilen an einem Band auf dem Rücken. Um den Hals ein Anhänger (Amulett), im linken Ohr, das wie bei einem Satir vergrößert ist, ein Gehänge aus Platten. Ebenholz, Waffen und Schmuck von vergoldetem Silber. – Die Figur steht auf einem Postament von vergoldeter Bronze; vier Voluten, an den Ecken je ein roter geschliffener Farbstein, ruhen auf einer hölzernen Platte.

Die Frau, ähnlich gekleidet mit einem Kopftuch, trägt im Bausch des Mantels auf dem Rücken ein Kind, in der Rechten einen Eimer, in der Linken eine lange Kette mit einem Krug. Am linken Arm und Bein gewickelte Bänder. Zwischen ihren Beinen kauert ein großer Affe. – Der Sockel wie bei a.

VI. 238 und 237. – 1769 aus dem Brühlschen Nachlaß zur Kunstkammer.

Die Figuren sind von ungewöhnlicher, grotesker Anmut; sie gehören zu den besten Werken der Kleinplastik aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts.

b) Janitschar. Der kurzbeinige Krieger, mit großem Kopf und sehr kleinen Füßen, hat die Linke in die Hüfte gestemmt und erhebt mit der Rechten einen Streitkolben (Pusikan) mit einer Uhr. Am Gürtel hängt der Säbel, an einer Schnur um den Hals die Pulverflasche. Einzelne Knöpfe von Diamantrosen und Koralle. – Die Figur steht auf einer Platte von poliertem, grauroten Achat; den Sockel bildet ein Kristall mit wolkigen Einsprengungen, der in vergoldetes Silber gefaßt ist. Edel- und Schmucksteine, wie zwei Halbkugeln von Achat mit Halbmonden neben der Figur, und Perlmutter sind als Besatzstücke und Anhänger verteilt.

VI. 227. – 1733 Inventar des Pretiosenzimmers, Nr. 402, S. 640: Ein Elfenbeinerner Janitzschare … Von Neßlern aus Dreßden.

d) und e) Negermusikanten.

d) Der nackte Mohr, nur mit buntem Federschurz und Kopfschmuck, den Säbel an der Seite, schwingt die Paukenschläger, während der reichgeschirrte Schimmel weiterschreitet. Sattel und Schabracke, Kopfgestell und Zügel sind wie die Pauken von buntemailliertem Golde, reich mit Anhängern von Diamantrosen besetzt. Der Mohr aus Ebenholz, das Roß aus Elfenbein. – Sockel von schwarzem Holz. VI. 193.

e) Der berittene Mohr bläst die Trompete; Säbel, Pfeilköcher, Pistolen in den Halftern, bilden seine Bewaffnung, auf dem Haupte eine Zipfelmütze mit Quaste. Die Ausstattung des stehenden Pferdes ist nicht minder reich wie bei d. Auf dem, reich mit Schnüren und Anhängern besetzten Trompetentuch eine lodernde Bombe mit der Inschrift: Sauue quy peult; auf der andern Seite SPQA.

VI. 197. – 1733 Inventar des Pretiosenzimmers Nr. 334 und 335, S. 600: Ein Mohr als ein Paucker, mit einem Kleinen Köcher und Pfeile, sitzet auf einen weißen Elfenbeinernen Pferdte. Die Eschabraque und die Pauken mit kleinen Diamanthen garnirt. – Ein Mohr als ein Trompeter, welcher in allem dem vor specificirten Paucker gleichet.