Spruch von der Bibel

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Textdaten
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Autor: Friedrich von Lehr
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Titel: Spruch von der Bibel
Untertitel:
aus: Wünschelruthe – Ein Zeitblatt. Nr. 3, S. 9.
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
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[9]
Spruch von der Bibel.

Wo keine Bibel ist im Haus,
Da sieht’s gar öd’ und traurig aus,
Da kehrt der böse Feind gern ein,
Da mag der liebe Gott nicht seyn.

5
Drum, Menschenkind! drum, Menschenkind!

Daß nicht der Böse Raum gewinnt,
Gib deinen blanksten Thaler aus,
Und kauf ein Bibelbuch ins Haus,
Schlag’s mit dem ersten Lächeln auf,

10
Hab’ all dein Seh’n und Sinnen drauf,

Fang drinn die ABC Schul’ an,
Und buchstabir’ und lies sodann,
Und lies dich immer mehr hinein,
Aufschlag darinn dein Kämmerlein,

15
Und ließ dir immer mehr heraus,

Mach dir ein wahres Bollwerk draus,
Und pflanz’ und pflanz’ hoch oben drauf
Die allerschönsten Sprüchlein auf,
Hell laß sie flattern, muthig weh’n,

20
Als deinen Banner laß sie seh’n,

Als deinen Schild drück’s an dein Herz,
Und halt dich dran in Freud’ und Schmerz,
Und will der böse Feind sich nah’n,
Schlag wie an einen Säbel dran,

25
Und halt’ nicht Rast und hab’ nicht Ruh,

Hau’ immer und immer und immer zu,
Und blank und scharf, damit’s auch frommt,
Und er zum zweitenmal nicht kommt.
O du mein liebes Menschenkind!

30
Hast du noch keins, so kauf’s geschwind!

Und ging’ dein letztes Gröschel drauf,
Geh, eile, flieg’ und schlag es auf,
Und schlag es du, und schlag es du
Nur mit des Sarges Deckel zu!

35
Des Lesens und des Lebens Lauf

Beginn’ und höre mit ihm auf.

v. Lehr.