Spruner-Menke Handatlas 1880 Karte 79

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Autor: Theodor Menke, Karl Spruner von Merz u. A.
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Titel: Oströmisches Reich von der Einwanderung der Ungarn in Pannonien um 895 bis zur Unterwerfung des Bulgarenreichs durch Kaiser Basilius im Jahre 1019
Untertitel:
aus: Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neueren Zeit
Herausgeber:
Auflage: 3. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Justus Perthes
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Erscheinungsort: Gotha
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Orient. No. IV. Oströmisches Reich von der Einwanderung der Ungarn in Pannonien um 895 bis zur Unterwerfung des Bulgarenreiches durch Kaiser Basilius im Jahre 1019. Mst. 1 : 7 500 000. – Nebenkarten: 1. Oströmisches Reich von der Einwanderung der Bulgaren um 679 bis 895. Mst. 1 : 15 000 000. 2. Palästina. Maassstab 1 : 3 750 000. 3. Themata an der Propontis. Mst. 1 : 2 500 000. Von Th. Menke.

Noch bevor die Eroberungszüge des Islâm sich gegen den Süden und Südosten des oströmischen Reiches richteten, hatte die slawisch-finnische Völkerwanderung angefangen, das Innere der Haemus-Halbinsel ethnographisch umzugestalten.

Im sechsten Jahrhundert occupierten Slawen und Awaren die weiten Landstriche von den Karpaten bis zur Südspitze des Peloponnes und, wie in Italien die Langobarden, liessen sie dem oströmischen Reiche im Wesentlichen nur vereinzelte Küstenbesitzungen. Seit dem Jahre 589 waren sie im Besitze des Peloponnes, und unter der Regierung des Heraclius (610–644) erfolgte die Ansiedelung der Chrobaten und Serbier in der Nähe des adriatischen Meeres und der Sau.

Das Land von der bairisch-karentanischen Grenze bis zum Vorgebirge Malea hiess Sclavinia, sowohl bei den Oströmern wie bei den Deutschen. Monembasia wird ausdrücklich eine Stadt in Sclavinia genannt.

Im Jahre 679 oder 680 drangen die Bulgaren über die Donau und besetzten Varna und das alte Mösien.

Der Sturz des Awarenreiches durch Karl den Grossen um 803 wirkte auch auf die Haemus-Halbinsel. Es gelang dem oströmischen Reiche, den Peloponnes und einen Theil von Hellas wiederzugewinnen. Die Bulgaren aber bemächtigten sich des grössern Theils des auf der Haemus-Halbinsel liegenden Sclaviniens. Die Nachrichten über die Anfänge ihres Reiches sind ausserordentlich dürftig. Die Ansprüche der römischen Curie auf die Suprematie über die Bulgaren nach ihrer Bekehrung im Jahre 869, gestützt auf die ältere Ausdehnung des römischen Patriarchats in Illyricum, sind meines Wissens die älteste Spur, dass die Bulgaren damals bereits ihre Sitze dahin ausgedehnt hatten. Kurze Zeit später erscheinen Belgrad und Achris in der Lebensbeschreibung des H. Clemens († 916) als bulgarische Ortschaften.

Durch die Einwanderung der Magyaren in das heutige Ungarn verloren die Bulgaren, was sie in Pannonien und Dacien vom römischen Reiche an sich gerissen hatten.

In Bezug auf die Eintheilung des oströmischen Reichs in Themata werden die Nachrichten des Kaisers Constantinus, die nicht alle werthvoll und richtig sind, glücklicher Weise durch zerstreute Mittheilungen der Historiker ergänzt und berichtigt.

Das Thema Macedonia, das man nach Constantin im alten Macedonien (incl. Thessalonice) und Thessalien suchen müsste, wobei freilich unklar ist, wie dabei für die Themata Thessalonice und Strymon Platz bleibt, lag nach einer deutlichen Angabe des Leo Grammaticus p. 231 um Adrianopel. Dass diese Gegend im Mittelalter Macedonia hiess, hat bereits Tafel, Via Egnat., pars orient., p. 33, bemerkt.

Als Ort in Thessalonice wird Berrhoea bezeichnet, Cedren. II, 29.

Das Thema Hellas umfasste Thessalia; wenigstens wird Demetrias als ein Ort desselben angegeben: Leo Gramm. 274. Theophan. cont. 5, 16. Theodor. Meliten. 191. Dagegen lag Naupactus im Thema Nicopoliton: Cedren. II, 529. Liutprand. Legat. 58.

Es ist Rücksicht genommen auf die Veränderung der Themeneintheilung unter den Kaisern Leo dem Philosophen (886–911) und Constantinus Porphyrogennetus (911–959).