Strohhalm, Kohle und Bohne auf der Reise (1819)

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Autor: Brüder Grimm
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Titel: Strohhalm, Kohle und Bohne auf der Reise
Untertitel:
aus: Kinder- und Haus-Märchen Band 1, Große Ausgabe.
S. 96-97
Herausgeber:
Auflage: 2. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1819
Verlag: G. Reimer
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
seit 1812: KHM 18
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Begriffsklärung Andere Ausgaben unter diesem Titel siehe unter: Strohhalm, Kohle und Bohne.


[96]
18.

Strohhalm, Kohle und Bohne auf der Reise.

Ein Strohhalm, eine Kohle und eine Bohne thaten sich zusammen, und wollten gemeinschaftlich eine große Reise machen. Sie waren schon glücklich durch viele Länder gezogen, da kamen sie an einen Bach ohne Brücke und konnten nicht hinüber. Endlich wußte Strohhalm guten Rath: er legte sich quer über und die andern sollten über ihn hingehen, erst Kohle, dann Bohne. Kohle ging breit und langsam darauf, Bohne trippelte nach. Wie aber die Kohle mitten auf den Strohhalm kam, fing der an zu brennen, und brannte durch, Kohle fiel zischend ins Wasser und starb, Strohhalm floß in zwei Theile zerstückt fort, Bohne, die noch etwas zurück war, rutschte auch nach, und fiel hinunter, und half sich ein bischen mit Schwimmen. Sie mußte aber doch [97] endlich so viel Wasser trinken, daß sie zerplatzte, und ward in diesem Zustand ans Ufer getrieben. Zum Glück saß da ein Schneider, der auf seiner Wanderschaft ausruhte; weil er nun Nadel und Zwirn bei der Hand hatte, nähte er sie wieder zusammen. Seit der Zeit haben alle Bohnen eine Naht.

Wie andere erzählen, so ging die Bohne zuerst über den Strohhalm, kam glücklich hinüber und sah auf dem gegenseitigen Ufer der Kohle zu, wie die herüberzog. Mitten auf dem Wasser brannte sie den Strohhalm durch, fiel hinab und zischte. Wie das die Bohne sah, lachte sie so stark, daß sie platzte. Der Schneider am Ufer nähte sie wieder zu, hatte aber gerade nur schwarzen Zwirn, daher alle Bohnen eine schwarze Naht haben.