Topographia Austriacarum: Horn

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Topographia Germaniae
Horn
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1679, S. 11.
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Horn.

Diese Statt / sampt dem Schloß / ligt in Unter-Oesterreich / gegen Mähren zu / an einem Wasser / so von Theils Teffer / von andern der Kamp genennet wird / nahend Schraitenthal / und Egenburg / neun Meilen von Wien / und 4. von Crembs / hat vorhin den Herren von Puechheim gehört; allda sich die Evangelische Oesterreichische Stände unterweilen zusammen gethan / auch ein feine Schul daselbst / und Apothecken gehabt haben: Ist folgends im nächsten Böhmischen Krieg confiscirt, und vom Herren Muschinger Freyherren außgebetten worden / an dessen Töchtern eine solcher Ort kommen; und gehört Er der Zeit Herrn Graff Kurtzen / etc. zu / wie berichtet wird. Wolffg. Lazius lib. 12. Comment. Reip. Rom. sect. 7. cap. 7. meldet / daß die Grafen von Beilsteyn / die auch Grafen von Bleien genant worden / sich in drey Stämme außgetheilt / nemlich Beilstein nahend Melck / wo jetzt S. Leonhards Marckt / vor Zeiten Beilsteyn genannt. 2. Von Schala / fast eben dort herumb / neben dem Gestade deß Flusses Boilach / wo jetzt Schalenburg ist; Und 3. der Grafen von Hardeck / die schon fast vor 400. Jahren / allbereit zu seiner Zeit / abgestorben waren. Dann die letzten Otto. und Conradus, Anno 1265. in der Schlacht / so sie mit den Ungarn gehalten / umkommen; und hat deß Grafen Otten Wittib / Biliburg / ein geborne Gräfin von Helffenstein / auß Schwaben / einen Sachsen / Nahmens Berchtold von Rabenswald / geheuratet / welches neues Geschlecht der Grafen von Hardeck / zun Zeiten Käisers Friderici IV. auch abgangen; von welchem Käiser die Brueschencken / Steyrische Edelleut / Sigmund / und Heinrich / geweste Käiserliche Cammerer / Grafen zu Hardeck gemacht worden / die auch etliche Schlösser der Grafen von Machland / so der ersten Grafen von Hardeck Vettern gewesen / erlangt haben. Auß obgedachten Grafen von Boilsteyn nun / haben Occarius, und Albertus, das Closter S. Hippolyti, oder Pölten / (so von Boilsteyn / und dem Wasser Boilach /) jetzt Pielach (nicht gar weit gelegen) unter dem König Pipino erbaut / und seynd sie vom Pabst Zacharia, deme sie wider die Saracener Hülff gethan / mit den Reliquien S. Hippolyti, und S. Quirini, begabt worden. Die Oesterreichische Jahrbücher sagen / daß auch obgedachte Statt Horn / und der Marckt Polan / so noch daselbsten Hardeck nahend seyn / zu der obgedachten Graffschafft Peilstein gehört haben: Und daß sie die Grafen von Pleien auch die Clöster Paumgartenberg / Seisensteyn / (welches letzte nahend der Statt Ipß gelegen /) und S. Bernhardi oberhalb Horn gestifftet. Welches dann der Statt Horn zu lieb / wir / auß dem angezogenen Lazio, Teutsch geben / und hieher setzen wollen. Anno 1619. hat Graff Bucquoy dieses Horn / und Anno 20. den 8. Sept. die Käiserischen abermals solches eingenommen.