Topographia Austriacarum: Walsee

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Topographia Germaniae
Walsee (heute: Wallsee-Sindelburg)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1679, S. 45–46.
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[45]
Walsee /

In Vnter-Oesterreich / vnd 5. meilen vnter Lintz / bey der Thonau / gelegen / vnd Herrn Graff Heinrichen von S. Julian hinderlassenen Erben gehörig / ein feiner Marcktfleck / sampt einem schönen / vnd festen Schloß / vnd Herrschafft (darinn auch der Fleck Oedt / auff der Wiener Landstrassen / ligt;) davon in vnserm Text / p. 59. a. Es seyn die von Wallsee mit Keyser Rudolpho I. auß Schwaben in Oesterreich kommen / vnd seinem Sohn / Hertzog Albrechten / zu Räthen zugeben worden / vnd / durch ihre dem Landsfürsten erwiesene Dienst / zu vielen Herrschafften / vnd in groß Vermögen erwachsen; haben auch die Erb- vnd andere Lands-Aempter / bedient; die Clöster Seisenstein (da ihre Begräbnussen;) wie auch das geweste Franciscaner / zu Lintz / wo jetzt das Landhauß stehet; vnd Schlierbach gestiftet: Deßgleichen / zu erhaltung / vnd Gedächtnuß ihres Nahmens / die beyde Schlösser / Obern- vnd Nidern Walsee erbawet. Seyn folgends [46] Anno 1483. mit Herrn Reinprechten von Walsee / Stifftern deß Closters Seisenstein / der auch allda begraben ligt / abgestorben; vnnd ihre Güter an Andere kommen; wie zum theil auß gedachtem vnserm Text / zu ersehen. Besagten Herren Reinprechten von Walsee Grabschrifft lautet also: Anno 1483. am Ehrentag deß Monats Maji / ist gestorben der Wolgeborne Herr / Herr Reinprecht / Herr von Walsee / Obrister Truchsäß in Steyr / vnnd Hauptmann im Land ob der Enß / der letzt deß Nahmens von Walsee / Stiffter dieses Closters Gottsthal / oder Seisenstein / vnnd ligt hierinn begraben / dem Gott gnädig sey / Amen. Was das Ander Walsee / so zum Vnterscheid deß obernannten Vnter-Walsee / das Ober-Walsee genant wird / so liget solches in Ober-Oesterreich / zwischen Ottensheim / vnd Aschau / aber etwas auff der seiten; vnd ist bey dem Schloß / ein Gesundbad. Anno 1580. vnd folgende / war Herr Jobst Schmidtauer / Keyserlicher Majest. etc. Rath / vnd zugleich Burgvogt zu Enß / Rentmeister zu Steyer; welcher hernach in den Landmanstand angenommen worden / vnnd von den Herren Hoffmannen diese Herrschafft Obern-Walsee an sich erkaufft hat. Ist Anno 1602. gestorben / vnnd ligt zu Feldkirchen bey Walsee begraben. Vmbs Jahr 1624. ist dieses Ober-Walsee Schmidtauerisch noch gewesen; vnd vielleicht auch ferners.