Topographia Westphaliae: Blumberg

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Topographia Germaniae
Blumberg (heute: Blomberg)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1647, S. 74–75.
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[74] Blumberg: Es ligt diese Herrschafft / vnd Ampthauß / wie auch Brake / zwischen den Wassern Werden / Bega / Eßbeck / vnd Emmer / im Emmerland / allda die Graffen zur Lipp / lang Hoff gehalten / ehe sie sich nach Dithmaldt gesetzt. Haben gleichwol allhie im Kloster ihre Begräbnuß. Diese Herrschafft hat an allen Orten herrliche / lustige Brünn / vnnd Wasserläuffe / die zur Herrlichkeit / vnnd Gesundheit dienen / dieweil dieselbige allerhand vnflätige / vngesunde / anstossende / dämpffige Winde / vnd Dünste / wegnehmen. Die Statt Blumberg selbsten / ob sie wol kein weitläufftiges vnd ansehenliches Gebieth hat / dieweil sie mit vielen Bergen / Holtzungen / vnd Thälen vmbzingelt / ist sie doch eine lustige / gesunde Statt: Vnnd ist der Berg / darauff die Statt erbawet / zuvor / wegen deß Blumengewächses / berühmbt vnd bekannt gewesen / da die Benachbarte in Flecken vnnd Dörffern / das gantze Jahr liebliche Blumen gesamlet / darumb sie ihn den Blumenburg genannt. Graff Simon der Erste zur Lippe / hat den Flecken grösser erbawet / vnd denselben mit Statt-Freyheit begnadet; vnnd gibt besagter Berg / darauff die Statt stehet / an allen Seiten Wasser herauß. Graff Simonis III. Gemahlin / hat eine Kirch auff ihren eygenen Acker / ausser der Statt / Wilbasen genannt / erbawet. Nicht fern von Blumberg / ligt der Reichenberg / darauff ein ebener Platz / darvon man nicht allein fast das gantze Land Sternberg / vnd die gantze Graffschafft Lippe / sondern auch biß ins Stifft Paderborn / Hessen / Ravenspergische / Vlotsche / Mindische / vnnd Schawenburgische Landschafft / sehen kan. Wie in der Lippischen Chronic Pideritii pag. 550. stehet. Anno 1447. ward die Statt Blumberg von Hertzog Wilhelmen zu Sachsen / als er dem Ertzbischoff zu Cölln wider die Statt Soist / zuhülff zoge / gestürmet / vnnd mit Gewalt erobert / hernach geplündert / angezündet / vnd zu Aschen verbrandt / daß gantz vnd gar nichts ist stehen blieben: Hernach muste auch das Schloß herhalten / wie in der Braunschweigischen Chronic am 494. Blat steht. Es wurde vber dieser Ort folgends wider erbawet / allda die Pfarrkirch zu S. Martin ist; darauß Anno 1460. ein Weib etliche consecrierte Hostien gestohlen / damit sie möchte reich werden; welches vervrsachet / daß hernach ein Kloster an dem Ort / da sie die Hostien in einen Brunnen geworffen / erbawet / in dessen [75] Kirchen hernach die Graffen zur Lippe sind begraben worden. Dilichius schreibet im zweyten Theil der Hessischen Chronic am 239. Blat also: Anno 1449. ward Landgraff Ludwig der Erste zu Hessen / zum Lehenherrn / von Graff Bernhard zur Lippe / vber Schloß / vnd Statt Blomberg. Anno 1569. ward vorerwehntes Kloster vollends reformiert / weiln noch etliche Münche darinn geblieben; vnnd wurde darauff eine feine Bibliotheca allhie angeordnet. Anno 1600. ist ein grosses Wetter allhie gewesen / vnnd hat das Wasser ein Stück von der Stattmawer / hinder dem Kloster / in die sechszig Schuh lang / auß dem Fundament getrieben. Anno 1604. ward ein Frey-Schiessen allda gehalten.