Von johanne anglica der baebstin

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Textdaten
Autor: Heinrich Steinhöwel, Giovanni Boccaccio
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Titel: Von johanne anglica der baebstin
Untertitel:
aus: Hie nach volget der Kurcz Sin von etlichen Frowen, von denen Johannes Boccacius in latin beschriben hat. Und Hainricus Stainhöwel getütschet, [BSB-Ink B-561GW 4486]. Blatt 134r-135r
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Erscheinungsdatum: [ca. 1474]
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Erscheinungsort: Ulm
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Quelle: MDZ München und Djvu auf Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe Päpstin Johanna
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[134 r] Von johanne anglica der baebstin das xcvj capt.

Johannes wie wol der nam ains mannes ist, so ward doch ain wyb also genennet. Ain junkfroelin ze mencz (als etlich sagen) giliberta gehaissen, lernet in vaetterlicher [134 v] wonung, von ainem jungen studenten, vil der anfeng latinischer kuensten; vnd von staeter bywonung der zweyer, enzuendet sich jn in baiden soellichs fuewr, vnordenlicher lieby, dz sie junkfroeliche zuecht vnd scham hinleget; vnd flovch mit im vß ieres vatters hus; mit verwandelten klaidern vnd namen; wann in juenglings gewand, behielt sie den namen johannes.

Also ward sie by ierem buolen in engelland von menglichem, ain student gehalten, vnd pflag allda flyssiglich, ierem buolen vnd aller lernung der kuensten.

Darnavch als ir gesell mit tod was abgegangen, ward sie ir aigne schiklikait zuo der lernung erkennen; vnd empfinden die suessikait der kuensten; vnd wolt fuerbas mit kainem andern me, vnzimliche gemainsamy haben sunder in staeter uebung der kuensten, in mannes klaidung belyben, vnd nit ain wyb bekennet werden.

Aber flyssiglich uebet sie sich selber, tag vnd nacht in der lernung; so vil, dz sie in kurczer zyt, in den siben fryen kuensten, vnd hailiger geschrifft, fuer all ander wonder hovch geachtet ward.

Do zovch sie vß engelland gen rom, alda hett sie etliche javr, in offner schuol lesend, fuer ander doctores vil de redlichsten juenger.

Vber die kuenst erschin sie allweg ains guoten erlichen hailigen lebens; vnd ward von menglichem ain man angesenhen, vnd ueber wol erkant, so vil, dz sie czuo den zyten als leo der fuenfft bavbst deß namens, schuld deß flaisches bezalet hette, von der hovchwirdigisten samnung aller cardinel, ainmuetiglich ward ze bavbst erwelet, vnd Johannes der achtend gehaissen.

Sie was so truczlichs gemuetes, dz sie sich nit fuerchtet, den stuol deß fischers zebesiczen vnd daruff alle hailikait wandlen vnd vß tailen, [135 r] das doch nie kainer frowen, vß cristenlicher ordnung geguennet ist zehandlen. Die selben baebstlichen wirdikait, hielt sie etlich javr, als ain verweser cristi sich erzaigend; So lang, vncz dz got der herr, von oben herab, erbermd hette, mit synem volk; dz ain soliche hovchwirdige stat, also soelte gehalten werden; soellich volk also regieret werden; also in grossem irr sal von ainem wyb, betrogen werden; vnd wolt soelchen gewalt, lenger nit in ieren henden lavssen.

Darumb durch den ravt deß tuefels, der ir ovch vormavls soelche truczlikait, yngegossen het, ward sie ynbruenstiglich zuo der vnkueschait geraiczet; So vil, dz ir alle kuenst, die sie gnuogsamglich hette das bavbstum ze erwerben, nit hilflich syn mochten, die raiczung deß fuewres zeleschen; so lang bis dz ainer funnden ward, der die ynbruenstikait temmet; vnd den besiczer sant peters stuol, helliget, vncz dz der bavbst geschwengert ward.

O vnwirdsche suend. O grosse gedult gottes. Was beschach; dise frow, die lange zyt der menschen oug vertuenklen kund; vermocht mit allen kuensten, ir geburd nit verbergen.

Wann eins mavls, do sie meß gehebt hett, vnd ain gemainer kirchgang was, zwischen dem coloseo vnd deß bavbsts Clemens alten sal; gebar sie ain kind, vor allem volk, ovn hilf der hebamen; darumb ward sie von den gewaltigen in die vssern fynsternuß geworfen; vnd vergieng sie mit dem kind in der insel.

Vnd vmb soelche verspuerczende vnsuebrekait, in gedaechtnuß zebehalten, zuo den zyten der gemainen krueczgeng deß bavbsts vnd alles volkes, wann sie komen, zuo der stat der geburd; so schuehen sie darab vnd keren dar von, in ander weg vnd stravssen; die suentlichen stat ze verfluochen, vnd komen wider dannen sie vß gegangen synd.