Wünsche (Tucholsky)

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Textdaten
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Autor: Kurt Tucholsky
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Titel: Wünsche
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aus: Fromme Gesänge, S. 21
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1919
Verlag: Felix Lehmann
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Erscheinungsort: Charlottenburg
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Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf = Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Die Weltbühne, 4. Juli 1918
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Wünsche


Die gnädige Frau ist hell und blond,
von sommerlichem Licht durchsonnt –
     sie scheint sich schlechtgeraten.
Braun will sie sein, das dumme Kind,

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braun, wie Zigeunerweiber sind –

     und läßt am Strand sich braten.

Jung-Deutschlands Dichter gehn zur Zeit
in Fritz von Schillers Schülerkleid –
     (der war nicht so behende).

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Vom Recken wird man noch nicht groß;

bleibt ruhig noch auf Mutterns Schoß:
     sie hat die klügern Hände.

Alt-Deutschland macht in Politik
Und zieht Bilanz aus diesem Krieg:

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     Indien muß badisch werden!

Ägypten her! Die Ostsee auch!
Wir treten alle vor den Bauch
     mit sieghaften Gebärden!

Und so hat jeder was zu schrein.

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Der Neger will ein Weißer sein,

     der Fußfantrist ein Reiter …
Wir wollen aufrecht stehn, mein Kind,
und bleiben, was wir selber sind!
     Ich glaub, das ist gescheiter.