Wahre Geschichte von dem berühmten Räuber-Hauptmanne Rinaldo Rinaldini

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Titel: Wahre Geschichte von dem berühmten Räuber-Hauptmanne Rinaldo Rinaldini
Untertitel:
aus: Fliegende Blätter, Band 1, Nr. 2, S. 14–15
Herausgeber: Kaspar Braun, Friedrich Schneider
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Erscheinungsdatum: 1845
Verlag: Braun & Schneider
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Erscheinungsort: München
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Quelle: MDZ München, Commons
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[14]
Wahre Geschichte
von dem berühmten Räuber-Hauptmanne
Rinaldo Rinaldini.




Zum ersten Male mit schönen Bildern edirt.


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In des Waldes düstern Gründen
Und in Höhlen tief versteckt,
Schläft der kühnste aller Räuber,
Bis ihn seine Rosa weckt.

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„Rinaldini!“ rief sie schmeichelnd,

„Rinaldini, wache auf!
Deine Leute sind schon munter,
Längst schon ging die Sonne auf!“

Und er öffnet seine Augen,

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Lächelt ihr den Morgengruß;

Sie sinkt sanft in seine Arme,
Und erwiedert seinen Kuß.

Draussen bellen schon die Hunde,
Alles flüchtet hin und her;

15
Jeder rüstet sich zum Kampfe,

Ladet doppelt sein Gewehr.


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Und der Hauptmann, wohl gerüstet,
Tritt nun mitten unter sie:
„Guten Morgen, Kameraden,

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Sagt, was gibts denn schon so früh?“


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[15]

„Unsre Feinde sind gerüstet,
Ziehen gegen uns heran.“
„Nun wohlan, sie sollen sehen,
Daß Rinaldo fechten kann.“

25
Seht sie streiten, seht sie kämpfen,

Jetzt verdoppelt sich ihr Muth!
Doch umsonst, sie müssen weichen,
Und vergebens strömt ihr Blut.

Rinaldini, fest entschlossen,

30
Schlägt sich muthig kämpfend durch,

Und erreicht im düstern Walde
Eine alte Felsenburg.


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Hinter hohen düstern Mauern
Lächelt ihm der Liebe Glück!

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Es erheitert seine Seele

Dianorens Zauberblick.

Lispelnd sprach das holde Mädchen:
Höre an, Rinaldo mein,
Werde tugendhaft mein Lieber,

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Laß das Räuberhandwerk seyn.


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Ja, das will ich, Dianora!
Will ein braver Bürger sein, –
Und ein ehrlich Handwerk treiben,
Stets gedenkend dabei dein.


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