Wege unter den Straßen

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Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Wege unter den Straßen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 20, S. 320
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1861
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Unterirdische Gänge in London
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[320] Wege unter den Straßen. Wir reden hier nicht von der Eisenbahn, die in diesem Augenblick in London unter der Erde geführt wird, um den stets zunehmenden Verkehr auf den Straßen etwas zu vertheilen, sondern von unterirdischen Wegen zu andern Zwecken, die durch, vielmehr unter allen Straßen Londons fortlaufen sollen, wenn nämlich der Vorschlag durchgeht. Der Versuch ist bereits gemacht, indem solch ein unterirdischer Weg von Cranburn Street nach Kingsstreet (Coventgarden) in einer Länge von 374 Fuß geführt ist. – Wer lange in London gewesen ist, dem muß es nothwendig aufgefallen sein, wie häufig das Straßenpflaster an einzelnen Stellen aufgerissen wird. Dadurch wird nicht nur das Pflaster uneben, sondern auch die Communication gehindert und gefährlich, denn die Straßen werden deshalb keineswegs abgesperrt, sondern nur verengt. Der Grund dieser sehr häufigen Störungen sind Unordnungen, welche entweder an der Wasserleitung, den Gasröhren, oder den Cloaken vorkommen, Um diesem Unfug ein Ende zu machen, schlägt man – wie bereits in der erwähnten Straße ausgeführt gewölbte, unterirdische Gänge vor, die zwölf Fuß breit und sechs Fuß sechs Zoll hoch sein sollen. In diesem Gange sollen nun die Wasser- und Gasröhren eingerichtet und genügender Raum gelassen werden, um Ausbesserungen oder Veränderungen vornehmen zu können. Unter dem Boden dieses Ganges, gerade wo er am höchsten ist, ist eine weite, eiförmige Röhre für die Cloake, zu welcher man durch Oeffnungen gelangt, die von Zeit zu Zeit angebracht sind, wie auch Schafte für die Ventilation und andere Zwecke. Ferner sollen Seitenbogengänge in dem Zwischenraume von zwei Häusern zu zwei Häusern geführt werden, und Seitenröhren sollen in die Area der Häuser münden. Die Area ist der vor jedem Hause liegende kleine Hof, welcher tiefer als die Straße ist und von derselben durch eiserne Gitter getrennt ist.) Durch diese Röhre soll auch noch Luft in den Haupttunnel geführt werden. Natürlich sind noch allerlei andere Einrichtungen für specielle Zwecke angebracht, zum Beispiel für die mitten in der Straße befindlichen und durch aufzuschraubende Eisenplatten verschlossenen Röhren, die das Wasser liefern, welches im Fall von Feuer gebraucht wird. Die Kosten jedes Fußes, parallel mit den Häuserreihen gerechnet, ist auf fünf Pfund (33 Thlr. 10 Sgr.) geschätzt, was die Kosten des gegenwärtigen Systems nur um ein Pfund per Fuß übersteigen soll. – Capital giebt es in London genug, und wenn die Zinsen desselben zur Grundtaxe jedes Hauses hinzugefügt werden, so ist das keine große Last für die Besitzer und steht in keinem Verhältniß zu den damit erkauften Vortheilen.