Wie schwer ein Mann und wie schwer ein Weib wiegt

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Titel: Wie schwer ein Mann und wie schwer ein Weib wiegt
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 50, S. 555
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1853
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[555] Wie schwer ein Mann und wie schwer ein Weib wiegt. Dr. G. Blöde aus Dresden hat in der in Detroit (Staat Michigan) erscheinenden „Atlantis“ einen langen Artikel über „die Frauenrechtsfrage“ veröffentlicht, worin er aus physischen und physiologischen Gründen alle Emancipation des weiblichen Geschlechts, so weit sie eben über die von der Natur bedingten Beschränkung des schwachen und schönen Geschlechts hinausstrebt, sehr klar zurückweist. Um zunächst den Maß- und Gewichtsunterschied beider Geschlechter in Durchschnittszahlen anschaulich zu machen, sagt er, daß der Mann zwischen dem 30sten und 40sten Jahre eine normale oder Durchschnittslänge von 1,68 Meter (in Decimalbruchverhältnissen), das Weib dagegen nur von 1,579 Meter habe (ein Meter ist 3 Fuß, 2 Zoll, 2,8 Linien). Das durchschnittlliche Gewicht des Mannes 63,67 Kilogramme (gleich 135,6 Pfund), das des Weibes nur 56,16 Kilogramme oder 119,6 Pfund betrage. Dieser Unterschied ist bei den innern Organen noch viel bedeutender, da das weibliche Geschlecht mehr Gewicht in den Muskelhüllen hat, welche die rundere, schönere Form bedingen. Das Durchschnittsgewicht eines männlichen Gehirns ist 56 Unzen 147 Gran, das des weiblichen blos 48 Unzen 63 Gran. Das männliche Herz wiegt 11 Unzen 400 Gran, das weibliche 9 Unzen 275 Gran. Aehnlich ist’s mit Leber, Nieren u. s. w. Die weibliche Form bleibt der kindlichen näher, daher unentwickelter. Andere Hauptunterschiede sind bei dem weiblichen Körper: Zartheit und geringere Länge der Knochen, schwächere Muskelauswirkung bei reicherer Fettumhüllung wie beim Kinde, schlankere Form des Ober- und Unterarms, schmälere Hand, geringere Länge der untern Gliedmaßen im Verhältniß zum Rumpfe, größeren Umfang des Unterleibes im Verhältniß zur Brust, Höhe und Zartheit der Stimme, Feinheit und geringere Entwickelung der Formen des Kopfes und der Gesichtszüge, Ueberwiegen des Schädels gegen das Gesicht, größere Feinheit der Nerven (mit Ausnahme des Geruchs), zarterer Bau und deshalb feinere Färbung der Haut, größere Feinheit, Weichheit, Ueppigkeit und Länge des Haares bei dessen Beschränkung in Betreff der Flächenausdehnung (es fehlt im Gesicht) – Alles Eigenthümlichkeiten des weiblichen Körpers, die er mit dem des Kindes theilt. Der Mann athmet stärker, energischer und producirt und consumirt mehr Lebenskraft. –

Alle diese wesentlichen, physischen und physiologischen Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern sind ewig und unabänderlich und lassen sich durch keine Art von Emancipation beseitigen, so daß das Weib in der eigens männlichen Sphäre immer eine Unnatur, eine Schwäche, eine Lächerlichkeit sein und bleiben würde. Das Weib kann sich also blos innerhalb seiner Sphäre emancipiren und muß es, denn gerade innerhalb dieses Kreises giebt’s noch sehr viel zu thun. Man glaubt dem schönen Geschlechte nur immer etwas Schönes sagen zu dürfen. Gut, aber man weiche auch der Wahrheit nicht aus. Und so ruft Blöde aus: „,Wer sind die fanatischsten Anhänger der tollsten Sektenlehren, wer die sorgsamsten Pfleger der Frömmelei und der Werkheiligkeit? Wer hat den Unsinn der Pochgeister aufgebracht zur Schande des neunzehnten Jahrhunderts? Wer sind die eifrigsten Kunden der Wahrsagerinnen und Kartenlegerinnen? Also zunächst Emancipation von trüber, abergläubischer, auf Unwissen beruhender Gefühls- und Eigensinns-Tyrannei! Nur geläuterte, hochgebildete Frauen hatten segensreichen Einfluß auf die Kreise des Mannes. Man erinnert an Aspasia, an die Josephine Napoleon’s, an Washington’s Gattin. Alle großen, edeln Männer aller Zeiten und Völker sind stets von gebildeten, edeln, ächt weiblichen Müttern erzogen worden. Hier ist das herrlichste Feld für die schönste, erhabenste Wirksamkeit des weiblichen Geschlechts. Edle Mütter und schöne, sittige Schwestern wirken auch wie Engel des Himmels auf entfernte Söhne und Brüder. Ein Gymnasiast, ein Student, ein Jüngling allein und frei in der Welt wird nie gemein denken und handeln, wenn er mit einer edeln Mutter, mit einer unentweihten, zartsinnigen Schwester in Briefverkehr steht. „So ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in’s Himmelreich kommen.“ Das Weib bleibt körperlich kindähnlich, also im Himmelreiche und ist deshalb bestimmt, den in der Welt schaffenden Mann als kindlicher, himmlischer Genius zu begleiten, aber nicht selbst ein Mann zu werden. –