Wiegenlied für meinen Jungen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Richard Dehmel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Wiegenlied für meinen Jungen
Untertitel:
aus: Aber die Liebe
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1893
Verlag: Dr. E. Albert & Co. Separat-Conto
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: München
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans dieser Ausgabe auf Commons
S. 166-167
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


[166]

Wiegenlied für meinen Jungen.

Schlaf, mein Küken – Racker, schlafe!
Kuck: im Spiegel stehn zwei Schafe,
bläkt ein großes, mäkt ein kleines,
und das kleine, das ist meines!

5
     Bengel, Bengel, brülle nicht,

     du verdammter Strampelwicht.

Still, mein süßes Engelsfüllen:
morgen schneet es Zuckerpillen,
übermorgen blanke Dreier,

10
nächste Woche goldne Eier,

     und der liebe Gott, der lacht,
     daß der ganze Himmel kracht.

Und du kommst und nimmst die Spenden,
säst sie aus mit Sonntagshänden,

15
und die Erde blüht von Farben,

und die Menschen thun’s in Garben –
     Herrr, den Bengel kümmert nischt,
     was man auch für Lügen drischt!

Warte nur, du Satansrachen:

20
heute Nacht, du kleiner Drachen,

durch den roten Höllenbogen
kommt ein Schmetterling geflogen,
     huscht dir auf die Nase, hu,
     deckt dir beide Augen zu;

25
[167] deckt die Flügel sacht zusammen,

daß du träumst von stillen Flammen,
von zwei Flammen, die sich fanden,
Hölle Himmel still verbanden – –
     so, nu schläft er; es gelang;

30
     Himmel Hölle, Gott sei Dank!