Wollenfärberei von Friedrich Wilhelm Grüner in Glauchau

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Diverse
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Wollenfärberei von Friedrich Wilhelm Grüner in Glauchau
Untertitel:
aus: Album der Sächsischen Industrie Band 1, in: Album der Sächsischen Industrie. Band 1, Seite 182–183
Herausgeber: Louis Oeser
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Louis Oeser
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Neusalza
Übersetzer: {{{ÜBERSETZER}}}
Originaltitel: {{{ORIGINALTITEL}}}
Originalsubtitel: {{{ORIGINALSUBTITEL}}}
Originalherkunft: {{{ORIGINALHERKUNFT}}}
Quelle: Commons und SLUB Dresden
Kurzbeschreibung:
{{{SONSTIGES}}}
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[Ξ]
Album der Sächsischen Industrie Band 1 0361.jpg

Wollenfärberei von Friedrich Wilhelm Grüner in Glauchau.

[182] Wir wenden uns jetzt zur Betrachtung eines Etablissements, welches in seiner Branche nicht nur als das größte, sondern auch als eins der ausgezeichnetsten Sachsens dasteht, zu der


Wollenfärberei von Friedrich Wilhelm Grüner in Glauchau.


Dieselbe liegt auf dem sogenannten Wehrdigt, der tiefgelegenen, schnellentstandenen Vorstadt Glauchaus, wo sich eine bedeutende Anzahl der ansehnlichsten Etablissements befindet. Der Mühlgraben, ein Arm der Mulde, berührt den Gebäude-Complex unmittelbar und geht zum Theil mitten durch denselben.

Wir finden hier diesseits des Mühlgrabens

ein Hauptgebäude von sechszig Ellen Länge, im Parterre mit gewölbtem Färbereilocal, in der ersten Etage Trockenräume, ebenso unter dem Dach;
ein Gebäude – nur parterre – von fünfunddreißig Ellen Länge, Färberei enthaltend und
ein Gebäude mit fünfzig Ellen Länge, ebenfalls nur parterre und allein für Färberei bestimmt;

jenseits des Mühlgrabens liegt noch

ein Gebäude von fünfundachtzig Ellen Länge, wo sich im Parterre die nöthigen Maschinen befinden, die erste Etage sowie die Dachräume aber zum Nahmen der gewaschenen Stoffe eingerichtet sind. Die Localitäten werden durch Dampf erwärmt.

Außer diesem sind noch mehrere Wohn- und Nebengebäude vorhanden, wo von den letzteren die Mehrzahl ebenfalls zu Fabrikzwecken dienen.

Als Branchen umfaßt das Etablissement die Wollen-, Garn- und Thibetfärberei.

Die Erzeugnisse dieses Etablissements befanden sich

1840 und 1845 auf den Industrieausstellungen in Dresden,
1850 auf der in Leipzig und erhielten jedes Mal die große silberne Preismedaille und
1851 auf der Weltausstellung in London, wo ihnen die große bronzene Preismedaille zuerkannt wurde.

Außerdem bekam Herr Grüner im Jahre 1839 von der Regierung eine Prämie in Geld ausgezahlt für das von ihm erfundene ausgezeichnete Kaliblau auf Wolle ohne Abfärben.

Das Etablissement besitzt eine Dampfmaschine von zwölf Pferdekraft und diese betreibt

sieben Waschmaschinen zum Waschen des hier hauptsächlich gefertigten Artikels Pure laine,
eine Trockenmaschine mit eilf Trommeln,
ein Hydro-Extracteur,
eine Dampfmangel,
eine Crabbingmaschine und
einen Calander.

[183] In den Färbereilocalen sind dreizehn kupferne- und siebenzehn zinnerne Kessel aufgestellt.

Fortwährend sind hier ein Buchhalter und ein Kassenführer in Beschäftigung. Die Zahl der hier beschäftigten Fabrikarbeiter beträgt nie unter achtzig, steigt aber nach Bedarf zeitweilig bis auf einhundert und sechszig.

Besitzer dieses Etablissements ist Herr Friedrich Wilhelm Grüner, welcher es am 1. November 1832 eröffnete. Seit 1848 steht dem Gründer sein Sohn zur Seite. Am 1. November 1857 wurde das fünfundzwanzigjährige Bestehen dieses Etablissements festlich begangen, bei welcher Gelegenheit der Besitzer von einer Anzahl seiner Geschäftsfreunde durch das Geschenk von silbernen Vasen und Bechern geehrt wurde, so wie ihm auch sein Arbeiterpersonal silberne Leuchter darbrachte.

Im Jahre 1847 beehrten Sr. Majestät, der hochselige König Friedrich August, dieses Etablissement mit Ihrem Besuch, ohne weitere Fabrikanlagen in Glauchau in Augenschein zu nehmen.