Zacher Gocof

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Zacher Gocof
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 62–63
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[62]
667) Zacher Gocof.
S. Köhler a. a. O. S. 546 fgg.

In Unter-Heinsdorf bei Reichenbach existirte die Familie Gocof (Jacobi), in der, wie man erzählt, mehrere Jahrhunderte hindurch gewisse geheimnißvolle Kenntnisse forterbten. Es waren die Gocofe Heilkünstler und Wunderdoctoren und der letzte Gocof mit dem Zunamen Zacher (Zacharias), welcher vor ohngefähr 40 Jahren starb, war nicht blos durch ein Mittel gegen den sogenannten Nachtschatten, eine Augenkrankheit, berühmt, sondern er verstand auch ein gutes Weich- und Schnellloth herzustellen und war nebenbei ein geschickter Holzschnitzer. Bei seinem Tode war eine Kammer voll wunderlichen Kram, Fläschchen mit Tincturen, Knochen, Bücher und Manuscripte vorhanden, allein seine Hinterbliebenen übergaben Alles aus abergläubischer Furcht dem Feuer. Er selbst ging stets sehr einfach, fast abgerissen einher, obgleich er sehr wohlhabend war. Man erzählt nun von ihm folgende Teufelsstückchen:

[63] Einstmals, als er eben zu Mittag aß und die Fliegen ihn sehr belästigten, nahm er einen Teller, pfiff eine eigne Melodie und sämmtliche Fliegen setzten sich auf den Teller, den er dann hinauszutragen befahl.

Ein anderes Mal wurde ihm Holz gestohlen, die Diebe trugen es fort, und, wie sie meinten, in ihre Wohnung. Aber als sie an Ort und Stelle gekommen zu sein dachten und sich von ohngefähr umsahen, waren sie in Zachers Hofe, Zacher aber kam zur Thüre heraus und sagte: „nun, legt’s nur hin und geht heim!“ und die erschrockenen Diebe thaten’s auch.

Einem seiner Knechte war auf dem Felde die „Kratz“ gestohlen worden. Als er ohne dieselbe nach Hause kam, befahl ihm Zacher vor die Hausthüre zu treten. Da kommt ein Nachbar, welcher der Dieb war und bringt die Kratze in den Hof.

Einst hatte ihm eine Magd Rüben und Möhren entwendet und kochte sie zu Hause. Aber sie mußte den Topf samt den Rüben und Möhren zu Gocof tragen. „Siehst Du,“ sagte dieser, „hättest Du gefragt! Nun, gehe nur, und nimm Dir noch Rüben, die bringst Du mir aber nicht!“