Zedler:Lippe, (Bernhard der V. Graf von der)

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Lippe, (Bernhard der VI. Graf von der)

Band: 17 (1738), Spalte: 1537–1538. (Scan)

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Lippe, (Bernhard der V.[1] Graf von der) ein Sohn Graf Simons des III. ward von seinem Vater mit zum Gehülffen in der Regierung angenommen, und hielt sich in denen Kriegen, welche sein Vater zu führen hatte, zum öfftern sehr tapfer, belagerte auch im 1400. Jahre den Witgenstein im Mindischen, ward aber durch den Bischoff zu Minden die Belagerung aufzuheben genöthiget; wiewohl ihm doch derselbe nebst der Hälffte der Herrschafft Berg, vermöge Lerbeecii Chron.[1538] epp. Mind. bey Leibnitzen Scriptt. Rer. Brunsuic.[2] Tom. II p. 201.203. versetzt, im 1408. Jahre aber wieder abgenommen worden. Im 1404. Jahre ward er mit Herzog Henrichen zu Braunschweig-Lüneburg in Krieg verwickelt, dabey er das Glück hatte, selbigen Fürsten selbst gefangen zu bekommen.

Ob nun wohl derselbe bey seiner Befreyung versprochen hatte, die Grafschafft Lippe ins künfftige in Ruhe zu lassen, ließ er sich doch durch den Pabst seines Eides entbinden, und fiel im 1407. Jahre, als der Graf vom Käyser in die Acht erkläret und dem Herzoge die Exsecution aufgetragen worden war, auf das neue in die Grafschafft ein, brachte auch die Stadt Horn unter seine Gewalt, muste aber selbige auf Anhalten derer Bürgen, so vor sie gut gesaget hatten, wieder an die Grafen abtreten, konnte auch weiter nicht viel in der Grafschafft ausrichten. Hingegen ward die Grafschafft im 1408. Jahre vom Bischoff Wilhelmen zu Paderborn überzogen, und Graf Bernhard mit seinem Vater dermassen in die Enge gebracht, daß beyde dem Bischoffe huldigen, und die Stadt Horn nebst dem Schlosse Falckenberg und andern Erb-Gütern von selbigem zu Lehne nehmen musten, wiewohl der Bischoff zu Paderborn im Lehn-Briefe bekennen muste, wie er ihnen ihre eigenen Erb-Güter zu Lehn gereichet hätte.

Im 1410. Jahre ward er endlich nach Absterben seines Vaters würcklich regierender Herr, und bestättigte denen Lippischen Städten ihre Freyheiten, verfiel aber zugleich aufs neue mit Paderborn in Krieg, wobey er sich jedoch so verhielt, daß jene wenig Seide dabey spannen. Auch erneuerte er den Krieg mit denen Grafen zu Tecklenburg wegen der Herrschafft Reden; starb aber im 1415. Jahre den 19. Ian. nach andern hingegen erst im 1426. Jahre. Von seiner Gemahlin und Sohne siehe die Geschlechts-Abhandlung.

Engelhusius Chron. bey Leibnitzen Scriptt. Rer. Brunsuic.[2]Tom. II. pag. 1137. Chron. Luneb. bey Leibnitzen I. c. Tom. III. p. 195. seq. Kornerus Chron. ibid. pag. 200 seq. Botho Chron. Brunsuic. pictur. ibid. pag. 395. Chron. Epp. Mindens. bey Pistorio Scriptt. Rer Germ.[3] Tom. III. pag. 817. Pfeffinger Braunschw. Lüneb. Hist.[4] III. 5. pag. 449. seqq. Hamelmann Famil. & Geneal. Com. Bar. & Dom. Inf. Sax. cet. in Opp. hist. Geneal.[5] pag. 396, seq. Pideritius Lipp. Chron.[6] II. pag. 536. seqq.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Bei dem hier beschriebenen Grafen zur Lippe handelt es sich trotz des abweichenden Lemmas um Bernhard VI, vgl. Bernhard VI.
  2. a b Gottfried Wilhelm Leibniz: Scriptores Rervm Brvnsvicensivm. Hannover: Foerster 1707-1711
  3. Johannes Pistorius: Rerum Germanicarum Scriptores. Ratisponae: Peez, 1731
  4. Johann Friedrich Pfeffinger: Historie des Braunschweig-Lüneburgischen Hauses und selbiger Landen. Hamburg: König & Richter, 1731
  5. Hermann Hamelmann: Opera Genealogico-Historica. Lemgo: Meyer, 1711
  6. Johannes Pideritius: Chronicon Comitatus Lippiae. Rinteln an der Weeser: Lucius, 1627