Zwei Genrebilder aus dem Leben

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Zwei Genrebilder aus dem Leben
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 15, S. 256
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[249]
Die Gartenlaube (1887) b 249.jpg

Bei der Arbeit.
Nach dem Oelgemälde von W. Auberlen.

[253]
Die Gartenlaube (1887) b 253.jpg

Belauschte Liebe. Nach dem Oelgemälde von L. Obersteiner.

[256] Zwei Genrebilder aus dem Leben. (Mit Illustrationen S. 249 und 253.) Wir bringen in dieser Nummer zwei frisch aus dem Leben herausgegriffene Bilder. Das erste „Bei der Arbeit“, von einem jungen talentvollen Künstler, W. Auberlen, gemalt, weist uns ein anmuthiges Mädchen, das mit Handarbeiten beschäftigt ist, und macht den Eindruck eines nach der Natur gemalten Portraits. Das Bild zeigt eine schöne Lichtwirkung und eine sorgfältige Behandlung des Details, wie der Nähutensilien und Blumen. Das Ganze ist ein durchaus ansprechendes Interieur.

Das zweite „Belauschte Liebe“ gehört ganz der freien künstlerischen Erfindung an. Der würdige Rentier, der dort hinter seinen Blumen hervorlauscht, möchte gern wissen, was unten bei dem Rendez-vous auf der Bank vorgeht; er hat den Frühling des Lebens und der Liebe weit hinter sich; aber er ist neugierig, was sich zwei Glückliche zu sagen haben. Doch wenn der Schwerhörige auch die Worte nicht vernimmt: der junge Nachbar Schmied, der am hellen Tage seine Arbeit und sein Handwerkszeug bei Seite gelegt hat, läßt über seine Absichten keinen Zweifel übrig. Will er doch dem anmuthigen Mädchen den Brautring an den Finger prakticiren, und dies kühne Unternehmen scheint auf keinen Widerstand zu stoßen. Der Rentier wird also von einem wichtigen Ereigniß zu berichten haben, und es bleibt nur, im Interesse des ungestörten Glückes der Liebenden, zu wünschen übrig, daß er nicht im Eifer, einige Worte des Dialogs aufzufangen, einen oder den andern Blumentopf vom Fenster herunterstößt und das plaudernde Paar durch einen plötzlichen Knalleffekt aus allen seinen Himmeln wirft.