Zwei Lieder aus der Fremde

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Textdaten
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Autor: Johann Peter von Hornthal
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Titel: Zwei Lieder aus der Fremde
Untertitel: Aus dem Romaischen
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 34, S. 136; Nr. 35 S. 140
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Scans auf Commons
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[136]
Zwei Lieder aus der Fremde.







1.

     Wie möchten meine Lippen gerne
Den süß gewohnten Nachtgruß bieten,
Dir deine frommen Augensterne
Zu schließen jetzt mit Kussesblüthen.

5
     Wie möchten dich die Arme tragen,

An meine Brust dich stille schmiegen
Dir deines Herzens Liebeschlagen
In sel’ge Ruhe einzuwiegen:

     Wie möcht ich dann am Bette knieen,

10
In deinem Anschaun mich verlieren

Bis Sternenklänge nieder ziehen
Zu dir die heil’gen Träume führen!

     Doch Alles, Alles ist mir ferne,
Die Arme breiten sich in’s Leere,

15
Die Lippe grüßt nur nächt’ge Sterne,

Der Blick erstirbt im luft’gen Meere.

[140]
2.

     Sonne küßt die Bergesspitzen
Scheidend noch mit glühem Kuß,
Vöglein in den grünen Sitzen
Singet ihr den Abschiedsgruß.

5
     Blümlein schließen ihre Augen

Bergen ihren lichten Strahl,
Aus dem ew’gen Lichtmeer tauchen
Andre auf am Himmelssaal.

     Sonne, Sonne hast geküsset

10
Mich noch nicht mit glühem Mund,

Vöglein, Vöglein hast gegrüßet
Mich noch nicht zur Scheidensstund’:

     Blümlein, Blümlein habt gesehen
Nicht zu mir noch liebeshell,

15
Sterne, Sterne dürft nicht gehen

Auf zum Himmel schon so schnell. -

     Aber Blümlein, Vöglein, Sonnen
Haben meines Rufs nicht Acht,
Ohne Gruß ist mir zerronnen

20
Alles schon in stille Nacht.
Hornthal.