Seite:Aristophanes Donner 3Bd.djvu/0061

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Sokrates.
Du redest albern.

Strepsiades.
 Nein, bei Gott, ich habe Recht!

775
Denn wenn ich todt bin, dann verklagt kein Mensch mich mehr.


Sokrates.
Unsinnig! Fort du! Solchen Schüler hab’ ich satt.

Strepsiades.
Warum? Um alle Götter, ach, mein Sokrates!

Sokrates.
Sogleich vergissest du wieder, was du kaum gelernt.
Denn sage: was war’s, das ich dich zuerst gelehrt?

Strepsiades.

780
Laß seh’n! Wie hieß das Erste doch – das Erste – ja –

Wie hieß das Ding gleich, wo der Teig geknetet wird?
Mein Gott, wie hieß es?

Sokrates.
 Auf den Rabenstein mit dir,
Du vergeßliches, unbeholf’nes altes Ungethüm!

Strepsiades.
O weh! Wie wird mir’s endlich gehn, mir armen Tropf!

785
Ich muß verkommen, lern’ ich nicht das Wortverdrehn.

     (zu dem Chore:)
Doch nein, ihr Wolken, gebet ihr mir guten Rath!

Die Chorführerin.
Wir, lieber Alter, geben dir den guten Rath:
Hast du daheim noch einen großgewachs’nen Sohn,
So schicke den her, daß er lernt an deiner Statt.

Strepsiades.

790
Ja freilich hab’ ich einen Sohn: ein wackrer Mensch!

Nur will er mir nicht lernen. Ach, was fang’ ich an?

Empfohlene Zitierweise:

Aristophanes: Die Wolken übersetzt von Johann Jakob Christian Donner. Leipzig und Heidelberg: C. F. Winter’sche Verlagshandlung, 1861, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aristophanes_Donner_3Bd.djvu/0061&oldid=1257012 (Version vom 17.10.2010)