Seite:Bonn Der verzauberte Frosch.djvu/33

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Ein Brief! Wie kommt der Brief nur her? Er fiel mir beinah’ auf die Nase! Vielleicht hat ihn wer in den Baum gestreckt, und durch das Ziehen am Zweig fiel er herunter. Wem er gehört, der wird ihn schon finden, mir gehört er ganz gewiß nicht. Aber es ist höchste Zeit, das Körbchen ist ganz schwer von Erdbeeren, jetzt lieb’s Schutzengerl, jetzt gehen wir.

(Wie sie zur linken Seite abgehen will, stellt sich ihr ein Kästchen in den Weg. Sie bleibt stehen.)

Sieh da, ein Kästchen hier im dichten Wald! Was soll das Kästchen hier? Und schmuck und schön polirt ist’s, wie aus Ebenholz. Hat’s wohl eine reiche Dame verloren; aber wie käme die hierher in den Wald, wo kein Weg mehr ist? Was kümmerts’ mich – ich muß nach Haus.

(Will fort. Hocuspocus tritt ihr in den Weg.)
Hocuspocus.

Halt an, mein liebes Kind. (Für sich.) Zwei Proben schon
Bestand die Brave, doch der schwersten jetzt
Erliegt sie sicher! (Laut.) Wohin eilest Du?

Mariechen.

Muß heim zum Vater, ehe es dunkel wird! Hab’ meine Schwestern suchen wollen im Wald und selbst den Weg verloren. Laßt mich, es ist schon spät!

Hocuspocus.

Die Schwestern Du im Wald verloren! Und wozu
Sind denn die Schwestern in dem dunklen Wald?

Mariechen.

Ich weiß es nicht, sie hießen drauß’ mich warten und sagten, sie brächten mir unser verlorenes Brüderlein mit.

Hocuspocus.

Euer Brüderlein! Ei sieh da, liebes Kind,
Weißt Du, was Deinem Bruder widerfuhr?

Empfohlene Zitierweise:

Franz Bonn: Der verzauberte Frosch. Breitkopf und Härtel, Leipzig [ca. 1875], Seite 29. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bonn_Der_verzauberte_Frosch.djvu/33&oldid=1872917 (Version vom 7.09.2012)