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’der Tod‘ verborgen,
der Hades[1] entflohen;
die Vergänglichkeit vergessen,
54 die Schmerzen vorüber;

aber des Lebens Schätze sind euch am Ende offenbar. —

55 So forsche nicht weiter[2] nach der großen Zahl derer, die ins Verderben gehen; 56 denn sie haben aus eigenem freiem Entschluß

den Höchsten verachtet,
sein Gesetz verworfen,
seine Wege verlassen,

57 dazu seine Frommen zertreten; 58 und haben in ihren Herzen gesprochen, es sei kein Gott[3]; und alles dies, obwohl sie sehr wohl wußten, daß sie sterben müßten. 59 ’Deshalb‘[4], wie euer die Verheißungen warten[5], so ihrer Durst[6] und Pein, die ihnen bereitet sind. 60 Denn nicht der Höchste hat gewollt, daß Menschen verloren gehen; vielmehr die Geschöpfe selber haben den Namen deß, der sie doch geschaffen, verunehrt und Undankbarkeit bewiesen gegen den, der ihnen doch das Leben bereitet hat. 61 Deshalb naht mein Gericht jetzt bald heran. — 62 Dies habe ich nicht vielen kundgethan, sondern nur dir und wenigen dir Gleichen[7].


Die Endvollendung und ihre Zeichen.

Ich antwortete und sprach: 63 Du hast mir, Herr, eine Fülle von Zeichen bereits offenbart, die du in der letzten Zeit thun willst, hast mir aber nicht offenbart, zu welcher Zeit. 9 1 Er antwortete mir und sprach: Das ermiß du bei dir selber; und wenn du siehst, daß ein Teil der angekündigten Zeichen vorüber ist, 2 dann wirst du erkennen, daß nun die Zeit gekommen ist, da der Höchste die Welt, die[8] er geschaffen hat, heimsuchen will. 3 Wenn in der Welt erscheinen werden[9]

Empörung[10] in den Ländern[11],
Verwirrung in den Völkern,
Anschläge[12] unter den Nationen;
Unruhen[13] unter den Fürsten,
Gährung[14] unter den Herrschern,

4 dann wirst du erkennen, daß dies die Dinge sind, über die der Höchste seit den Tagen geredet hat, die im Anfange zuvor gewesen sind[15]. 5 ’Denn wie alles, was in der Welt geschehen ist, einen [verborgenen] Anfang hat im Wort, aber ein offenkundiges Ende, 6 so sind auch des Höchsten Zeiten: ihr Anfang in Wort und Vorzeichen, ihr Ende aber in Thaten und Wundern‘[16].


  1. Der Hades als Engel vorgestellt wie Offenb. Joh. 6,8.
  2. προστιθέναι = הוֹסׅיף.
  3. Ps. 14,1.
  4. Syr (Aeth) propter hoc.
  5. ὑποδέξεται (Hilg.).
  6. In der Glut der Hölle, Luk. 16,24.
  7. Anderen „Propheten“, d. h. Apokalyptikern.
  8. qui bezieht sich auf αἰών.
  9. Im Folgenden eine selbständige Zeichen-Tradition.
  10. κίνησις Volkmar.
  11. locus = τόπος Volkmar; Aeth conmotio inter eius loca.
  12. מַהֲשָׁבוֹת das Wort vom Plane Magogs Hes. 38,10, oder coagitationes Erschütterungen.
  13. ἀκαταστασία Volkmar; dem Sinne nach giebt Aeth et inter se pugnabunt principes das Richtige.
  14. ταραχή Volkmar.
  15. Gemeint sind die Apokalypsen, die man von Adam, Seth, Henoch, Noah u. a. Urahnherren hatte.
  16. Die obige Übersetzung der schwierigen Stelle richtet sich an dem charakteristischen Punkte nach Aeth: sicut omne quod in mundo fit: initiumm in verbo (d. h. in Gottes Schöpferwort) et consummatio in manifestatione; sic et mundus altissimi: initium in sermone (d. h. in den V. 4 erwähnten Gottesworten, den Verheißungen an die Propheten) et in signis et in potentia, et consummatio in actione et in miraculo. Der Schluß hat etwa gelautet: αἱ ἀρχαὶ ἐν φωναῖς καὶ ἐν σημείοις, καὶ ἡ σθντέλεια ἐν ἐνεργείᾳ καὶ δθωάμει. Diese Auffassung wird durch den Zusammenhang empfohlen. Vgl. Justin Ap. I, 12, 10: ὅθεν καὶ βέβαιοι γινόμεθα πρὸς τὰ δεδιδαγμένα ὑπ᾽ αὐτοῦ πάντα, ἐπειδὴ ἔργῳ φαίνεται γινόμενα, ὅσα φθάσας γενέθαι προεῖπεν. ὅπερ θεοῦ ἔργον ἐστί, πρὶν ἢ γενέσθαι εἰπεῖν καὶ οὕτως δειχθῆναι γινόμενον ὡς προείρηται.
Empfohlene Zitierweise:

Hermann Gunkel (Übersetzer): Das vierte Buch Esra. Mohr Siebeck, Tübingen 1900, Seite 383. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:DasVierteBuchEsraGermanGunkelKautzsch2.djvu/53&oldid=1074074 (Version vom 13.04.2010)