Seite:Die erzwungene Heirath-Molière-Baudissin-1866.djvu/4

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Geronino. Von Herzen gern. Es ist mir lieb, daß wir uns begegnet sind; und wir können hier ungestört mit einander reden.

Sganarelle. Setzt doch auf, ich bitte Euch! – Es handelt sich um eine Sache von Wichtigkeit, die man mir vorgeschlagen hat; und man thut immer besser, nichts ohne den Rath seiner Freunde zu unternehmen.

Geronimo. Ich danke Euch, daß Ihr mich dazu gewählt habt. Sagt mir also nur wovon die Rede ist.

Sganarelle. Aber vor allen Dingen beschwöre ich Euch mir durchaus nicht zu schmeicheln, und mir Eure Gedanken ganz offenherzig auszusprechen.

Geronimo. Das werde ich thun, weil Ihr’s verlangt.

Sganarelle. Ich wüßte nichts in der Welt, was mehr Tadel verdiente, als ein Freund, der nicht rundheraus spricht.

Geronimo. Da habt Ihr Recht.

Sganarelle. Und man findet in unsern Tagen wenig aufrichtige Freunde!

Geronimo. Das ist wahr.

Sganarelle. Versprecht mir also, lieber Herr Geronimo, recht frei und unumwunden zu sagen, was Ihr denkt.

Geronimo. Das verspreche ich.

Empfohlene Zitierweise:

Molière übersetzt von Wolf Graf von Baudissin: Die erzwungene Heirath. S. Hirzel, Leipzig 1866, Seite 308. Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_erzwungene_Heirath-Moli%C3%A8re-Baudissin-1866.djvu/4&oldid=1852123 (Version vom 26.07.2012)