ADB:Adorne Freiherr von Corthuy, Anselm

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Artikel „Adorne Freiherr von Corthuy, Anselm“ von Titus Tobler in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 121–122, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Adorne_Freiherr_von_Corthuy,_Anselm&oldid=- (Version vom 18. April 2019, 15:19 Uhr UTC)
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Adorne: Anselm A., Adornes oder Adorno, Freiherr von Corthuy, Diplomat, Palästinafahrer, geb. 8. Dec. 1424, ermordet in Schottland von [122] Alexander Gordon, Graf von Huntley, am 23. Jan. 1483. Er stammt aus einer alten flämischen Familie. Peter und Jacob A. verdankt Brügge die Erbauung der sogenannten Jerusalemkirche nach dem sehr schlecht copirten Muster der Grabkirche in Jerusalem. Ueber den Bildungsgang Anselms ist nur Weniges bekannt. Er verlegte sich auf die Sprachen, auf die lateinische Litteratur, und übte sich in den ritterlichen Turnieren. Man sucht umsonst nach weiteren Nachrichten über sein Leben, bis man vernimmt, daß Karl der Kühne, Herzog von Burgund, ihm auftrug, das Morgenland zu besuchen. Der eroberungssüchtige Fürst hatte nämlich, auf Anstiftung des Papstes Paul II., nichts Geringeres vor, als dieses Land der „Heiden“ zu erobern; bereits Philipp der Gütige hat sich seit 1461 mit diesem Plan getragen. So reiste denn A. 1470 über Rom nach Tunis, Aegypten, auf den Berg Sinai und nach Jerusalem. Etwas dunkelhaft ist die Angabe, daß er, von Karl gesandt, dem immer ein Kreuzzug vor Augen schwebte, 1473 den König von Persien, Ussum Kassan gegen den Sultan von Aegypten kriegerisch stimmen sollte; es blieb ohne Erfolg. Ebenso wenig ist es aufgeklärt, daß er schon auf der ersten Reise als Ritter des Königs der Schotten beim Könige von Tunis sich vorstellte; denn die Verbindungen mit jenem Hofe datiren doch erst vom J. 1471, in welchem er Maria Stuart, Schwester Jacobs III., mit ihrem Gemahl Boyd nach Schottland begleitete. In der Vaterstadt Brügge, wo A. zum Bürgermeister gewählt ward, neigte sein Glückstern sich zum Untergange; angeklagt als Verschwender öffentlicher Gelder und als Günstling des Herzogs Karl von Burgund, wurde er seiner Aemter entsetzt. Er trat dann unter König Jacob III. in den Staatsdienst, der für ihn ein so trauriges Ende nahm. Von der ersten Reise ist ein Bericht, welcher jedoch den Erwartungen nicht entspricht, aber auch vom Herausgeber, E. de la Coste, durch zu freie Bearbeitung verunstaltet wurde, 1855 in Brüssel französisch erschienen. Eine lateinische Handschrift, wahrscheinlich von mehr Werth, findet sich in der Staatsbibliothek zu Paris: Anselmi Adurni, equitis hierosolymitani, ordinis scotici. Jacobi III., Scotorum regis, et Caroli Burgundici consiliarii, baronis in Corthuy et Eilekins, domini in Ronsele et Ghend-Brugge, Itinerarium Hierosolymitanum et Sinaïticum, 1470.

Jules de St. Genois, Les Voyageurs belges, I. 30 sqq.