ADB:Albrecht (Herzog von Sachsen-Wittenberg)

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Artikel „Albert, Herzog von Sachsen“ von Otto von Heinemann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 204, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Albrecht_(Herzog_von_Sachsen-Wittenberg)&oldid=2485903 (Version vom 18. November 2017, 23:32 Uhr UTC)
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Albert, Herzog von Sachsen, † 28. Juni 1385, Sohn des Herzogs Otto und Neffe des Kurfürsten Rudolf II., erhob als Sohn der Elisabeth, einer Tochter des Herzogs Wilhelm von Lüneburg, mit welchem der Mannsstamm des älteren Hauses Lüneburg erlosch, Ansprüche auf dieses Herzogthum und erhielt mit den übrigen damals lebenden Fürsten des sachsen-wittenbergischen Hauses im J. 1355 vom Kaiser Karl IV. die Anwartschaft auf dasselbe. Allein Wilhelm von Lüneburg selbst wünschte sein Land seinem andern Eidam, dem Herzoge Ludwig von Braunschweig, zuzuwenden und suchte auch nach dessen Tode durch Einsetzung von Ludwigs Bruder, Magnus mit der Kette, zu seinem Erben Lüneburg bei dem welfischen Hause zu erhalten. Darüber entbrannte nach Wilhelms Hinscheiden (1369) der sogenannte lüneburg’sche Erbfolgestreit, welcher nach dem Tode des Herzogs Magnus bei Lenesta (1372) durch einen vorläufigen Vergleich dahin beigelegt wurde, daß zuerst Herzog A. von Sachsen und sein Oheim Wenzel, nach deren Ableben aber je der älteste Fürst aus dem braunschweigischen Hause über Lüneburg regieren und dann später der Besitz des Herzogthums zwischen beiden Geschlechtern abwechseln sollte. A. selbst hat die Vortheile dieses Vergleichs nicht lange mehr genossen, denn er ward bei der Belagerung des Raubnestes Ricklingen durch ein Wurfgeschoß getödtet. Er war vermählt mit Katharina, Tochter Woldemars I. von Anhalt, die ihn um fast zwei Jahrzehnte überlebte.