ADB:Angst, Wolfgang

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Artikel „Angst, Wolfgang“ von Ernst Kelchner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 461–462, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Angst,_Wolfgang&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 15:14 Uhr UTC)
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Angst: Wolfgang A., vielleicht auch richtiger Anxst, war zu Kaisersberg (Caesaris Mons) im Elsaß geboren, das Geburtsjahr läßt sich nicht mit voller Gewißheit feststellen, wurde mit Ulrich von Hutten in dessen Jugendjahren bekannt und lebte mit demselben in der innigsten Freundschaft, sowie er auch [462] ein Freund Reuchlin’s, Erasmus’ etc. war. Er war gelehrter Buchdrucker, Philolog und Dichter, denn wir finden ihn 1515 in einer Druckerei in Hagenau im Elsaß, wahrscheinlich in der Buchdruckerei von Thomas Anshelmus aus Baden, wenn auch nicht als Buchdrucker, doch als gelehrter Arbeiter beschäftigt, wie dieses aus der Erwähnung im zweiten Buche der „Briefe der dunkelen Männer“, dessen erste Ausgabe wahrscheinlich im J. 1517 erschien, hervorgeht. In demselben Jahre ging er nach Basel, wo er in der Buchdruckerei von Johann Froben den Druck (Correctur) einiger Werke von Erasmus besorgte, aber schon in dem nächsten Jahre sehen wir ihn in Mainz, wo er in der Johann Schöfferischen Officin in Verbindung mit Niclas Carbach die sogenannte Hutten’sche Ausgabe des Livius veranstaltete. Ebenso wurde daselbst die Schrift von Hutten über den Guajak (de Guajaci Medicina et morbo Gallico) gedruckt. Er hatte großen Antheil an der Herausgabe der berühmten „Briefe der dunkelen Männer“ (Epistolae obscurorum virorum), ja man schreibt ihm die Autorschaft des ersten Buches derselben zu, wenn man ihn nicht für den Erfinder selbst halten will; ebenso soll er unter dem Namen: Eleutherius Byzenus den „Triumphus Capnionis“, und endlich noch die viel bittere Schrift: „Monachus“ verfaßt haben. Wann und wo er gestorben, läßt sich nicht ermitteln, doch wollen Einige seine Spur bis 1524 mit Gewißheit verfolgen können.