ADB:Assonville, Christoph von

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Artikel „Assonville, Christoph von“ von Joseph Albert Alberdingk Thijm in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 625–626, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Assonville,_Christoph_von&oldid=- (Version vom 22. November 2019, 08:10 Uhr UTC)
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Assonville: Christoph v. A. (Assonleville, Dassonleville), Baron von Bouchaut, ein der Sache Philipps II. unwandelbar ergebener niederländischer Staatsmann, der unter allen Statthaltern von Margaretha von Parma bis auf Erzherzog Albrecht eine einflußreiche Rolle gespielt hat; geb. zu Arras um 1528, † zu Brüssel 10. April 1607. Wol schon von Arras her stammte seine enge Beziehung zum Cardinal Granvella, der dort Bischof war. Seit 1555 im Dienst, ward A. um 1559 in den Staatsrath berufen. 1563 und 1566, und ebenso wieder 1569–70 finden wir ihn als Diplomaten in England, Brügge und Brüssel, mit der Führung der wichtigen Verhandlungen über die sich immer erneuernden Klagen wegen der feindseligen Haltung Englands betraut. An allen Staatsacten der Herzogin Margaretha, wie an ihren geheimen Berichten nach Spanien, an den Unterhandlungen mit Oranien, an den 53 Artikeln, in denen die Antwort auf die Beschwerden des Adels von 1566 (das Compromiß) ertheilt ward, hat er hervorragenden Antheil. Ebenso bei der neuen Besetzung der Bisthümer (1566), doch rieth er dabei von zwangsweiser Durchführung dieser Maßregel in Friesland und Geldern als gefährlich für jetzt abzusehen. Für Alba’s Regiment in den Niederlanden war er eine der Hauptstützen und Werkzeuge. Unter Requesens ward er 1574 wirkliches Mitglied des Staatsraths und Schatzmeister des goldenen Vließes. Er ist der Verfasser des offenen Briefes, den Requesens 2. Sept. 1575 an die Staaten erließ und war wiederum die Seele des Staatsraths in der Zeit, wo dieser von Requesens’ Tod (5. März 1576) bis zu Don Juans Ankunft in Brüssel (1. Mai 1577) die Regierung führte. Er ward jedoch bei dem orangistischen Staatsstreich vom 4. Sept. 1576 in Brüssel gefangen genommen und erlangte erst 23. März 1577 seine Freiheit wieder. Unter Don Juan wieder zum alten Einfluß gelangt, ward er 1579 nach Köln zu den wichtigen Unterhandlungen geschickt, die einen letzten Versuch der Verständigung zwischen dem [626] König und Erzherzog Matthias machen sollten. Hier spannen sich zugleich die Machinationen gegen das Leben Wilhelms v. Oranien an und es ist nicht zweifelhaft, daß A. dabei betheiligt war und zum Unterhändler zwischen Farnese und Balthasar Gerard, dem Mörder des Prinzen, diente, und Dufour, der 1594 den Anschlag auf das Leben des Prinzen Moritz machte, bezichtigte gleichfalls in seinen Aussagen den A., ihn zu der That angetrieben zu haben. – Bei Errichtung der chambre des récompenses für die Verwaltung der confiscirten Güter ward A. 1582 zu ihrem Mitglied ernannt. Unter Erzherzog Ernst wie unter Albrecht und Isabella finden wir ihn als den Mann des höchsten Vertrauens an seinem alten Platz im Staatsrath. Während 50 Jahren ist er, durch Geschäftskenntniß, Rednertalent und katholischen Eifer hervorragend, eine Hauptstütze des spanischen Regiments in den Niederlanden gewesen.

Messager des sciences histor. 1865; danach die Biogr. nat. de Belg.