ADB:Bader, Johannes

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Artikel „Bader, Johannes“ von Adolf Brecher in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 760–761, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bader,_Johannes&oldid=2487766 (Version vom 11. Dezember 2017, 00:26 Uhr UTC)
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Bader: M. Johann B., erster evangelischer Prediger zu Landau in der Pfalz, † zwischen dem 10. und 15. Aug. 1545. – Seine Jugend ist uns unbekannt. Zuerst erfahren wir von ihm, daß er Lehrer und Erzieher des Herzogs Ludwig von Pfalz-Zweibrücken war; 1518 wird er als Pfarrer in Landau genannt. Er bleibt in der kathol. Kirche etwa bis 1521. In diesem oder dem nächsten Jahre fand unter dem Einfluß der religiösen Bewegungen, welche sich der elsässischen, schwäbischen und rheinischen Ritterschaft bemächtigt hatten und die in [761] Landau sich hauptsächlich vollzogen (Landawer Eynung) sein Uebertritt zur lutherischen Kirche Statt. 1524 wurde er von dem Bischofe von Speier in den Bann gethan, aber von dem Magistrat und der Bürgerschaft Landaus in Schutz genommen. – Er vermochte den Magistrat dazu, eine deutsche Schule zu gründen und trug zur Hebung der Schulen überhaupt durch Abfassung von Büchern für den Religionsunterricht bei. – Mit großer Energie trat er den Wiedertäufern entgegen und disputirte ein Mal mit einem Haupte derselben, Joh. Denck aus Nürnberg. – Seine Lehre ist im Ganzen die Zwingli’s, am nächsten verwandt mit der Bucer’s, mit dem er auch durch innige Freundschaft verbunden war. Sein Streben war zwischen den Gegensätzen zu vermitteln unbeschadet seiner eigenen Selbständigkeit. Nur so ist es zu denken, wie er von seinem Standpunkte aus mit Schwenckfeld in fast vertrauten Verkehr treten konnte, weswegen er mit seinen nächsten Freunden beinahe zerfiel. Jedenfalls raubten ihm die Folgen dieses Verhältnisses und sein Streit mit Seitz die Ruhe seiner letzten Lebenstage.

Seine Schriften und die Angabe der Quellen finden sich fast vollständig bei Gelbert in Herzog’s Real-Encyclopädie, Bd. XIX. S. 160 ff. Zu den ersteren ist hinzuzufügen: De ansere, qui sacramentum edisse dicitur, epistola apologetica. Die Schrift erschien ursprünglich deutsch und scheint nicht von B. übersetzt zu sein. Mit ihr verbunden erschien gleichzeitg die Schrift: De vero coenae dominicae usu, Argentorati 1526. – Zu den Quellen ist zu ergängen: Ottius, Annales anabaptistici. Basil. 1572 – J. G. Walch, Einleitung in die Religionsstreitigkeiten. 4. u. 5. Bd. S. 1017. – v. Schwenckfeld, Epistolar: christliche lehrhafft Missiven oder Sendbrieff. 1. Th. 1566, 2. Th. 1570.