ADB:Batsch, August Johann Georg Karl

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Artikel „Batsch, August Johann Georg Karl“ von Carl Jessen in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 132–133, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Batsch,_August_Johann_Georg_Karl&oldid=- (Version vom 20. April 2019, 05:10 Uhr UTC)
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Batsch: August Johann Georg Karl B., Prof. der Naturgeschichte zu Jena, geb. zu Jena 23. Oct. 1761, † 29. Sept. 1802. Ein klarer, ordnender, anregender Geist mit vielem Kunstsinn und einem schönen Zeichentalent. Er ward schon 1781 Doctor der Philosophie zu Jena, studirte die Natur seines Vaterlandes zu Jena, Weimar und Köstriz, wo er die Naturaliensammlung des Grafen Reuß ordnete (das „Verzeichniß“ erschien 1786 in 2 Theilen); ward 1786 Doctor der Medicin und außerordentlicher Professor der Naturgeschichte, 1787 Professor der Medicin, 1792 ordentlicher Professor der Philosophie, stiftete 1793 eine naturforschende Gesellschaft, deren bedeutende Sammlungen der Universität Jena später zufielen (Goethe’s Briefwechsel mit Voigt). Anleitungen, Lehrbücher und tabellarische Uebersichten der Naturgeschichte, Chemie, Mineralogie, Botanik, darunter auch eine „Botanik für Frauenzimmer und Pflanzenliebhaber“, Weimar 1795, die ins Französische, Dänische, Schwedische übersetzt ward, zeigen ein bedeutendes Lehrtalent, Abbildungen einheimischer Pilze, „Elenchus Fungorum“, Jena 1783–89, genaue Analysen von einheimischen und cultivirten Phanerogamen, „Analyses florum“, Halle 1790; „Botanische Bemerkungen“, Halle 1791; „Der geöffnete Blumengarten“, Weimar 1802, behaupten durch Präcision und künstlerische Auffassung noch immer ihren Werth. Sein „Taschenbuch für topographische Excursionen in die umliegende Gegend von Jena“, Jena 1800, ist eine geognostisch-botanische Specialgeographie, ein in jener Zeit durchaus neues [133] Unternehmen. Seine Hauptaufmerksamkeit hatte aber von jeher der botanischen Systematik gegolten. Das kaum begründete natürliche System wußte er nicht blos gründlich zu würdigen, sondern auch durch klare, gründliche Darstellung allgemeiner verständlich zu machen und durch scharfe, auf sorgfältigen Detailstudien beruhende Definitionen der einzelnen Ordnungen und Klassen zu fördern. In dieser Beziehung nennt ihn auch Goethe unter denen, welche seine botanischen Studien förderten und rühmt an ihm „zarte Bestimmtheit und ruhigen Eifer“ (Einleitung zur Morphologie). Mit fast allen deutschen Botanikern jener Zeit theilte er aber auch eine, durch Mangel an Sammlungen und zulänglichen Abbildungen veranlaßte ungenügende Bekanntschaft mit ausländischen Pflanzen, und ist dadurch in seiner Behandlung des natürlichen Systems vielfach auf Irrwege geführt worden. Seine erste hieher gehörende Schrift: „Dispositio generum plantarum Jenensium“, Jena 1786, erregte bedeutendes Aufsehen, seine letzte, „Tabula affinitatum regni vegetabilis“, Wimariae 1802, schloß seine nur kurze aber thätige Lebensbahn. Er war schon zu der Erkenntniß gekommen, daß eine einfache Reihe keineswegs im Stande sei, die mannigfachen Formen der Pflanzen methodisch anzureihen. Seine Schriften s. bei Pritzel, „Thesaur. bot.“, Poggendorff, „Handwörterbuch“ und Engelmann sowie Carus, „Biblioth. hist.-nat.“. – Die vier, von J. F. Gmelin, Mönch, Thunberg und Vahl aufgestellten Gattungen Batschia sind alle wieder eingezogen.