ADB:Berthold (Abt von Garsten)

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Artikel „Bertold I., Abt von Garsten“ von Heinrich Ritter von Zeißberg in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 521–522, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Berthold_(Abt_von_Garsten)&oldid=- (Version vom 15. August 2020, 00:26 Uhr UTC)
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Bertold I., Abt von Garsten. B. stammte aus dem Geschlechte der Grafen von Wirtemberg und war mit den Babenbergern und Ottakaren verwandt. Er selbst war früher mit Adelhaid von Lechsgemünd vermählt gewesen, trat aber nach dem Tode seiner Gattin in das Kloster St. Blasien ein, wurde dort Subprior und Aufseher über die Kirchenbücher, sodann vom Abte Hartmann nach Göttweih als Prior berufen und endlich von dem Markgrafen Ottakar VI. von Steyer als erster Abt in dem auf seinem Gebiete gegründeten Kloster eingesetzt (1110). B. brachte das Kloster zu Ruf und Reichthum. Von vielen Gegenden zog das Ansehen seiner Person Hohe und Niedere herbei, die er mit dankbar empfangenen Trost entließ oder denen er den in jener rohen Zeit doppelt wohltätigen Rechtsschutz gewährte. So nahm B. den von seinem Sitz vertriebenen Erzbischof Konrad I. von Salzburg, unbekümmert um den Zorn des Kaisers Heinrich V., bei sich auf. Besonders wichtig war es, daß er die Ideen der Hirschauercongregation in die Alpenthäler übertrug. B. soll auch Beichtvater Konrads III. gewesen sein. Er starb am 27. Juli 1142 und ist in der ehemaligen Stiftskirche begraben. Ein Ungenannter (vermuthlich ein Mönch von Garsten) verfaßte um 1165 eine Biographie Bertolds, die er dem Abte Ulrich III. von Kremsmünster, dessen Neffen, widmete.

Die Vita Bertoldi bei Pez, SS. rer. Austr. II.Fritz, Geschichte der ehemaligen Benedictinerklöster Garsten und Gleink. Linz 1841 – Franz Kurz, [522] Sammlung der vorzüglicheren Urk. des Klosters Garsten, in dessen Beiträgen z. Gesch. d. Landes Oesterr. ob d. Enns. Linz 1808. II. Urkundenbuch des Landes ob der Enns. Wien 1852. I. Bd. S. 111. ff. Codex traditionum monasterii Garstensis.