ADB:Borcke, Adrian Bernhard Graf von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Borcke, Adrian Bernhard Graf von“ von Gottfried von Bülow in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 156–157, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Borcke,_Adrian_Bernhard_Graf_von&oldid=- (Version vom 23. September 2019, 20:55 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 3 (1876), S. 156–157 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Adrian Bernhard von Borcke in der Wikipedia
GND-Nummer 135697743
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|3|156|157|Borcke, Adrian Bernhard Graf von|Gottfried von Bülow|ADB:Borcke, Adrian Bernhard Graf von}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=135697743}}    

Borck: Adrian Bernhard Graf v. B., geb. 21. Juli a. St. 1668 zu Döberitz im borckschen Kreise in Hinterpommern, † 25. (31.?) Mai 1741 zu Berlin, verlor seinen Vater früh, studirte 1686 bis 1688 in Frankfurt a. O. und Leipzig, ging dann auf Reisen nach Frankreich und Italien und trat nach dem im J. 1690 erfolgten Tode seiner Mutter in die brandenburgische Armee unter General v. Spaen ein. Unter diesem und den Feldmarschällen v. Flemming und v. Barfuß war er bis 1699 in verschiedenen Stellungen Theilnehmer an den Kämpfen des spanischen Erbfolgekrieges. Im September 1699 erhielt er das Commando über die preußische Garde, wohnte der Krönung des Königs Friedrich I. in Königsberg bei und bemächtigte sich als Commandant in letztgenannter Stadt auf geschickte Weise des Gebietes von Elbing. Als Oberst im Regiment des Kronprinzen wohnte er 1706 und später den Belagerungen von Menin, Ath, Dondermonde, Lille, Genth und Tournay, den Schlachten von Oudenarde, Malplaquet, Mons, Douay und Aire bei und wurde 1709 Generalmajor. [157] Bei der Thronbesteigung König Friedrich Wilhelms I. erhielt er ein Regiment und die Anwartschaft auf die Gouverneurstelle des zur Zeit noch in schwedischem Besitz befindlichen Stettin. Erst als die Festung sich am 10. Oct. 1713 der vereinigten holstein-preußischen Armee ergab, konnte er diesen Posten antreten. Im J. 1717 wurde er Generallieutenant und leitete 1724 u. 1725 die Befestigungsarbeiten in Stettin zu hoher Befriedigung des Königs, der ihm dafür den schwarzen Adlerorden verlieh. Zur selben Zeit wurde er, der schon früher zu mehrfachen diplomatischen Sendungen nach Baireuth, Wien und anderwärts gebraucht worden war, und mit den Arbeiten der Verwaltung sich durch die Ordnung der königl. Kämmereien zu Stettin, Anclam und Demmin bekannt gemacht hatte, auf königl. Befehl zum Staatsminister v. Ilgen zu den Geschäften der höheren Verwaltung hinzugezogen und nach dessen Tode 1728 selbst zum Geheimen Staats-, Kriegs- und Cabinetsminister ernannt. Schon vorher waren seine Dienste durch Verleihung der Amtshauptmannschaft von Colbatz, sowie der Dompropstei zu Havelberg belohnt worden. Die Verleihung hoher militärischer Ehren ging damit Hand in Hand: 1733 wurde er General der Infanterie und 1737 Feldmarschall. Bei der Thronbesteigung des Königs Friedrich II. wurde er unter dem 28. Juli 1740 in den Grafenstand erhoben. Seinen nicht unansehnlichen Grundbesitz in Hinterpommern vermehrte er durch seine am 6. Jan. 1699 vollzogene Heirath mit Antoinette Hedwig Freiin Hallard, genannt Elliot, die ihm mehrere Güter zubrachte.

Vanselow, Pommersches Heldenregister. v. Schöning, Die Generale der brandenburg-preußischen Armee.