ADB:Calenus, Christian

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Artikel „Calenus, Christian“ von Adolf Häckermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 695–696, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Calenus,_Christian&oldid=- (Version vom 15. Juni 2019, 22:51 Uhr UTC)
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Calenus: Christian C. (Kale) geb. auf Femern, studirte seit 1548 zu Greifswald und wurde bald darauf Lehrer daselbst an der Kirchenschule bei St. Marien, dann 1552 bei der Universität lector grammatices und im Sommer 1553 Professor der Mathematik. Im folgenden Jahr ging er, um Medicin zu studiren, nach Wittenberg, später nach Italien und wurde, nachdem er 1560 in Pisa zum Doctor der Medicin promovirt war, 1561 Professor der Medicin in Greifswald. In dieser Stellung verfaßte er mit seinem Collegen Jakob Seidel neue Statuten der medicinischen Facultät, welche noch jetzt im Decanatsbuch erhalten sind und erkennen lassen, daß dabei die Rostocker Statuten, jedoch mit wesentlichen Aenderungen, benutzt wurden. Dieselben bestimmten zur ersten Einführung in das Studium die Vorträge nach den medicinischen Handbüchern von Fuchs und Fernel sowie über Melanchthon’s Buch „De anima“, dann für weiteres Fortschreiten nach und nach die Erläuterung der verschiedenen Bücher des Galenus und botanische Wanderungen mit Erklärung der Pflanzen des Dioskorides. C. starb nach einer 65jährigen Lehrthätigkeit an der Universität im J. 1617. Aus seiner Ehe mit Gesa Schwarz stammen mehrere Söhne und Töchter, von denen jene sich als Universitätslehrer, Aerzte und Geistliche ausgezeichnet haben. C. ist besonders durch seine Vielseitigkeit für die Universität wichtig. Wir erkennen dies, abgesehen von den erwähnten Statuten, aus seinen zahlreichen Disputationen und Reden, sowie daraus, daß er neben seiner medicinischen Professur noch artistische Vorlesungen hielt und auch schriftstellerisch u. a. als Historiker in einer Schrift über „Bogislaws X. Wallfahrt nach Jerusalem“ (Wittenberg 1555) und auch als Dichter bei Erneuerung der Universitätsannalen [696] 1564 auftrat. Die warme Anerkennung, welche er in diesen Versen dem Verdienste des Universitätsstifters zollt, deuten auf eine Gemüthstiefe, welche ihm selbst bei der Nachwelt das Lob „Decus et ornamentum studii“ erwarb.

Scheffel, Vitae professorum med. 1756; Kosegarten, Geschichte der Universität Greifswald, Th. I. S. 204. 219. 220. II. 158; Pyl, Pommersche Genealogien II. 342.