ADB:Carstens, Carsten Erich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Carstens, Carsten Erich“ von Johann Saß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 47 (1903), S. 459–460, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Carstens,_Carsten_Erich&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 18:29 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Carrière, Moriz
Nächster>>>
Caesar, Julius
Band 47 (1903), S. 459–460 (Quelle).
Wikisource-logo.png Carsten Erich Carstens bei Wikisource
Wikipedia-logo-v2.svg Carsten Erich Carstens in der Wikipedia
GND-Nummer 116461950
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|47|459|460|Carstens, Carsten Erich|Johann Saß|ADB:Carstens, Carsten Erich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116461950}}    

Carstens: Carsten Erich C., Kirchenprobst a. D., Geschichtsforscher und Schriftsteller, wurde am 29. December 1810 in Tondern geboren. Seit 1832 studirte er in Kiel Theologie und wurde, nachdem er 1837 das theologische Amtsexamen bestanden hatte, im J. 1840 als Diakonus in seiner Vaterstadt angestellt. 1864 erfolgte seine Ernennung zum Hauptpastor und Probst daselbst. Zwanzig Jahre lang hat er in dieser Stellung seiner Gemeinde und der schleswig-holsteinischen Landeskirche gedient. Am 1. Juli 1884 trat er in den Ruhestand. Von seinen Amtspflichten entbunden widmete er sich dann um so eifriger seinen litterarischen Studien, die er mit seltener geistiger Frische bis in seine letzten Lebensjahre fortsetzte. Er erreichte ein Alter von 89 Jahren. Der 25. November 1899 war sein Todestag. „Mit C. geht ein Stück persönlicher Erinnerung an die erste Hälfte unseres Jahrhunderts zu Grabe, insbesondere an die Zeit, wo Dahlmann und Nicolaus Falck, sowie in anderer Weise Klaus Harms das geistige Leben unseres Landes neu gestaltet und die Liebe zu unserer Geschichte wieder erweckt hatten. Auch von seinem älteren Zeitgenossen G. Waitz hatte er dieses Interesse überkommen und es in seinen Verhältnissen treu gepflegt. Es war weniger das Pragmatische, die innere Seite der Geschichte, als das Litterarische und Persönliche, das seiner Geistesart entsprach.“ Mit nie ermattendem Fleiß behandelte C. das Gebiet der schleswig-holsteinischen Landes- und Kirchengeschichte, weniger in größeren Werken, als vielmehr in zahlreichen kleineren Aufsätzen und Skizzen, die jedoch als Bausteine für jede umfassende Darstellung von hervorragendem Werth sind. Sie alle sind aus dem reichen Schatz eines gründlichen Wissens heraus geschaffen und offenbaren den feinen historischen Sinn ihres Verfassers. Einen grundlegenden Beitrag zur schleswig-holsteinischen Städtegeschichte lieferte C. in seinem Buche „Die Stadt Tondern. Eine historisch-statistische Monographie“ (Tondern 1860), für welches er über 20 Jahre lang gesammelt hatte. Die Idee einer Neubearbeitung dieses selten gewordenen Werkes, mit der er sich lange trug, vermochte er leider nicht mehr zur Ausführung zu bringen. In besonderem Maaße ließ er es sich angelegen sein, das Andenken bedeutender und verdienter Männer unserer Vergangenheit zu erneuern und die Spuren ihres Seins und Wirkens in den Lebenszuständen der Gegenwart aufzudecken. Ein Verzeichniß dieser biographischen Arbeiten gibt Alberti. Hier sei nur hingewiesen auf seine „Geschichte der theologischen Facultät der Christian-Albrechts-Universität“ (Zeitschrift der Gesellschaft für Geschichte der Herzogthümer Schlesw.-Holst. und Lauenburg, Bd. 5, 1875, S. 1–132, auch separat Kiel 1875). Auch der „Allgemeinen deutschen Biographie“ ist C. ein getreuer Mitarbeiter gewesen. Nach ihrem Muster plante er eine große „Schleswig-Holsteinische Biographie“. Das von ihm im Laufe der Zeit für eine solche gesammelte handschriftliche Material, welches drei starke Quartbände umfaßt, hat er durch letztwillige Verfügung der Kieler Universitätsbibliothek überwiesen.

Vgl. Alberti, Schriftsteller-Lexikon, 1829–1866, Abth. 1, S. 113 bis 115; 1866–1882, Bd. 1, S. 99–100. – Schriften des Vereins für schlesw.-holst. Kirchengeschichte, 2. Reihe, (Beiträge u. Mittheilungen) Heft 4, [460] 1900, S. 149–151 (Nekrolog von E. Michelsen). – Biographisches Jahrbuch, herausgegeben von A. Bettelheim, Bd. 4, 1899.