ADB:Ceslaus

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Artikel „Ceslaus Odrovasius“ von Adolf Schimmelpfennig in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 92–93, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ceslaus&oldid=- (Version vom 22. Oktober 2020, 02:18 Uhr UTC)
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Ceslaus: C. Odrovasius, schlesischer Dominicaner, geb. um 1180 in Kamien (Stein), einem oberschlesischen Dorfe im Fürstenthum Oppeln, † 14. Juli 1242 als Prior des Dominicanerklosters in Breslau, stammte aus gräflichem Geschlecht und studirte in Prag, Paris und Bologna. Als Doctor der Theologie und des canonischen Rechts zurückgekehrt und von seinem Oheim dem Bischof Ivo von Krakau zum Domherrn an seiner Kirche und später auch zum Custos in Sandomir ernannt, verwendete er seine reichen Einkünfte zum Besten der Kirche und zur Erziehung armer Knaben, die er selbst unterrichtete. Eine mit seinem Bruder Hyacinth in Begleitung Ivo’s 1217 nach Rom unternommene Reise bildet den Wendepunkt im Leben beider Brüder, indem sie 1218 in der Kirche zu Sta. Sabina in Rom aus der Hand des Dominicus das Ordenskleid der Predigermönche nahmen und als Missionare des Ordens in die Heimath zurückkehrten. Durch Gründung eines Klosters in Frisack in Kärnthen verpflanzten sie den Orden nach Deutschland, durch Erbauung eines andern in der ihnen in Krakau überwiesenen Trinitatiskirche siedelten sie ihn in Polen an, Hyacinth blieb als Provincial in Krakau zurück, C. aber begab sich 1222 nach Prag, stiftete dort das Dominicanerkloster an der Clemenskirche und kam 1226 nach Breslau, wo er an der ihm übergebenen Adalbertskirche ebenfalls ein Kloster errichtete, als dessen Prior er sein Leben beschloß. Durch übermäßig strenge Ascese erschöpft, starb er im Geruche der Heiligkeit. Auf seine Fürbitte soll 1241 die Breslauer Burg vor der Eroberung durch die Tartaren wunderbar errettet worden sein; in Folge dieses so wie anderer schon von ihm bei Lebzeiten verrichteter Wunder wurde er, nachdem 1606 die Gebeine des Seligen erhoben [93] worden waren, wobei es leider zu sehr unseligen, tumultuarischen Auftritten gekommen ist, 1714 heilig gesprochen.

Pol, Jahrbücher der Stadt Breslau I. S. 51. 57. V. S. 62. Hanckii De erud. Sil. indig. Henelii Silesiogr. renov. cap. VII. 523. Theodor Crusius, Vergnügungen müßiger Stunden, St. V. S. 101 ff. Fragmente aus der Geschichte der Klöster und Stiftungen Schlesiens. Breslau 1810. S. 159 ff.