ADB:Coornhert, Dirk Volckertsen (1. Artikel)

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Artikel „Coornhert, Dirk Volckertsen“ von Ernst Martin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 460–461, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Coornhert,_Dirk_Volckertsen_(1._Artikel)&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 18:51 Uhr UTC)
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Coornhert: Dirck Volckertsen C.[WS 1] war geb. zu Amsterdam 1522 aus einer bemittelten und für die Reformation eifrig thätigen Familie. Seit er jedoch 1540 mit der Schwester einer Mätresse des Grafen Reinoud von Brederode eine übrigens sehr glückliche Ehe geschlossen, war er von seinen Eltern enterbt worden und erhielt sich selbst durch seine nicht unbedeutende Fertigkeit in der Kupferstecherkunst. In Haarlem erwarb er sich so viel Ansehen unter seinen Mitbürgern, daß er 1561 Notar und 1564 Secretär der Stadt wurde. 1567 ward er, obwol er im Bildersturm Klostergut geborgen hatte, als Begünstiger der Reformation nach dem Haag ins Gefängniß geführt. Freigelassen entzog er sich einer zweiten Verhaftung durch die Flucht nach Cleve. Im Dienst Oraniens kehrte er 1572 zurück als Secretär der holländischen Stände; wich aber bald wegen eines Streites mit dem rohen Parteigänger Lumey wieder nach Xanten. 1577 kam er wieder nach Haarlem, gerieth jedoch in heftigen Streit mit der calvinischen Orthodoxie, gegen welche er auch für die Katholiken Religionsfreiheit verlangte. Mehrere Religionsgespräche überzeugten ihn nicht. 1587 verließ er Haarlem, ward 1588 aus Delft ausgewiesen und † zu Gouda am 29. Octbr. 1590. C. war als Schriftsteller ungemein thätig; seine gesammelten Werke erschienen zu Amsterdam 1630 in drei Foliobänden. Seine Dichtungen haften noch ganz an der Rederykermanier: so die Dramen „Comedie van de Rycke Man“, 1567 gedichtet, „Abrahams Uytgangh“, „Comedie van de Blinde voor [461] Jericho“, 1582 erschienen, meist allegorische Schilderungen seiner eigenen Erlebnisse. Als Prosaist zeichnete er sich durch Einfachheit und Kraft aus. Er bildete seinen Stil durch Uebersetzungen aus dem Latein, daß er noch nach dem 30. Lebensjahre lernte: „Ciceronis Officia“, 1561 „Seneca van den weldaden“, 1562. Seine selbständigen Schriften sind meist polemisch, kämpfen für unbedingte Glaubensfreiheit. Der vollendetste Ausdruck seines Humanismus ist seine „Zedekunst dat is Wellevenskunste“ 1586 geschrieben. S. Jan ten Brink, D. V. Coornhert en zyne Wellevenskunst, Amsterdam 1860, wo auch ein chronologisches Verzeichniß seiner gesammten Werke.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Über diese Person existiert in Band 16 ein weiterer Artikel.