ADB:Dietrich, Sixtus

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Artikel „Dietrich, Sixt“ von Arrey von Dommer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 195–196, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dietrich,_Sixtus&oldid=- (Version vom 24. Mai 2019, 12:08 Uhr UTC)
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Dietrich: Sixt D. (Sixtus [Xistus] Theodoricus), einer der hervorragendsten Tonsetzer aus der Reformationszeit, von dessen Lebensverhältnissen jedoch nichts weiter verlautet, als daß er zu Augsburg geboren sei und nachher zu Constanz sich aufgehalten habe, von wo aus er an Glarean Tonstücke als Beispiele für das Dodekachordon sandte.[1] Glarean nennt ihn seinen Freund und einen ausgezeichneten Tonsetzer seines Zeitalters, und auch zu Georg Rhaw in Wittenberg wird er in näheren Beziehungen gestanden haben; wenigstens hat dieser verhältnißmäßig viel von Dietrich’s Arbeiten gedruckt. Letztere sind größerentheils Kirchenstücke einschließlich von Tonsätzen über Melodien des protestantischen Gemeindegesanges; außerdem mehrstimmige Bearbeitungen weltlicher Lieder. Nämlich: „Epicedion Th. Sporeri Musicae principis etc.“, Straßb. 1534 (Gerber AL.); „Magnificat octo tonorum Lib. I.“, ebd. Peter Schöffer, 1535; „Novum ac insigne opus mus. 36 Antiphonarum 4 voc.“, Wittenb., G. Rhaw, 1541; „Novum op. music. tres tonos sacror. hymnor. continens“, ebd., G. Rhaw, 1545 (Gerber NL.). Einzelne Stücke von seiner Arbeit finden sich außerdem, neben Tonsätzen von Josquin, Brumel, Willaert, Walter, Senfl, Isaac, St. Mahu, Ducis und Anderen, in den nachfolgenden gleichzeitigen Sammelwerken: „Psalmorum select. Tom. I“, Nürnberg, bei Petreius, 1538; „Concentus 4–8 voc.“, Augsburg bei Uhlhard 1545; „Cantiones 5–7 voc.“, Augsburg bei Kriesstein 1545; „Selectissimae nec non Familiarissimae Cantiones ultra centum 2–8 voc.“ Augsburg bei Kriesstein 1540; „Bicinia gallica, lat. et germ.“, Wittenb. bei G. Rhaw 1545; in den Liedersammlungen von G. Forster, Nürnb. 1539 ff. und Johann Ott, ebd. 1544; die 123 neuen geistl. Gesänge 4–5 voc. für die gemeinen Schulen, Wittenb. bei G. Rhau 1544, enthalten sieben Tonsätze von D. Endlich hat Glarean in sein Dodekachordon [196] aufgenommen: „Domine Jesu Christe 3 voc.“, S. 276; „Servus tuus sum“ und „Erue Domine 2 voc.“, S. 328 f.; „Domine fac me 4 voc.“, S. 342; „Ab occultis meis 4 voc.“, S. 344.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 195. Z. 21 v. u.: Aus der Beschreibung der Constanzer Belagerung des Jahres 1548 vom Stadtschreiber (und Augenzeugen) Jorg Vögeli (abgedruckt in: Der Constanzer Sturm im J. 1548, Belle-Vue bei Constanz 1846) erfährt man, daß Sixt Dietrich, den der Verfasser „Musicus vnd Chronista“ nennt, angesichts der drohenden Belagerung krank aus Constanz fortgebracht ward und am 21. October zu St. Gallen starb. (Frölich in den Monatsheften f. Musikgesch. 1879 Nr. 4) [Bd. 9, S. 794]