ADB:Eisler, Tobias

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Eisler, Tobias“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 776, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Eisler,_Tobias&oldid=- (Version vom 24. Juni 2019, 14:05 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Eislinger, Ulrich
Band 5 (1877), S. 776 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand April 2015, suchen)
GND-Nummer 129472077
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|5|776|776|Eisler, Tobias|Julius August Wagenmann|ADB:Eisler, Tobias}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=129472077}}    

Eisler: Tobias E., geb. 2. April 1683 zu Nürnberg, Sohn eines Goldarbeiters, studirte in Altorf und Halle Jurisprudenz, ward Kammersecretär bei einer verwittw. Herzogin von Sachsen-Eisenach zu Altstädt in Thüringen, kehrt 1712 nach Nürnberg zurück, gibt die Juristerei auf und widmet sich in der Stille theils der Erziehung einiger Kinder, theils den schwärmerischen Lehren seines Landsmannes und Zeitgenossen, des Nürnberger Perückenmachers und Theosophen Johann Tennhardt († 1720), dessen eifrigster Anhänger, Apologet und Biograph er wurde. Um ganz diesen theosophischen Lehren und pietistischen Bestrebungen sich hingeben zu können, gibt er sein Nürnberger Bürgerrecht auf (1718), reist eine Zeit lang umher und läßt sich zuletzt (1719) in Helmstädt[WS 1] nieder, wo er viel Gutes stiftete durch Unterricht von armen Kindern und 1735 durch Errichtung einer Armenschule, die dann später vom Herzog bestätigt und erweitert wurde. Wegen seiner schwärmerisch pietistischen Richtung hatte er viele Anfechtungen zu leiden, gegen die er sich 1742 in einer „obrigkeitlich abgeforderten Verantwortung“ vertheidigt; † 8. Oct. 1753 in Helmstädt. – Er schrieb eine Menge meist kleiner zum Theil nicht uninteressanter Schriften und Tractate pädagogischen oder erbaulichen Inhalts, welche die Werke seines Meisters Tennhardt an Klarheit und Tiefe jedenfalls übertreffen. Ein Verzeichniß derselben siehe bei Walch und Jöcher-Adelung; hier nenne ich nur einige der am meisten charakteristischen: „Grundregeln der deutschen Orthographie“, 1718; „Jesus als kostbarstes Weihnachtsgeschenk“; „Ermahnung zum rechten Gebrauch der Gnade Gottes“; „Exempel und Lehren rechtschaffener Thatchristen“; „Allgemeine Seelenkur“, 1721–28; „Tennhardt’s Leben“; „Apologia Tennhardiana“, 1724; „Zeugniß vom inneren Wort Gottes“; „Mysterium magnum“; „Christl. Schulordnung“, 1736; „Nachricht von der Annakinderschule in Helmstädt“, 1737 u. 1742 ff.

Will, Nürnb. Gel.lex. Th. 1 u. 5. Meusel, Lex. Schlegel, Forts. von Mosheim’s Kirchengesch. des N. Test. Bd. VI. Klemme, Bedeutung Tennhardt’s in Jhrbb. f. histor. Theol. 1868. II. S. 281 ff.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. heute Helmstedt, ehem. Universitätsstadt in Niedersachsen