ADB:Elisabeth Charlotte (Kurfürstin von Brandenburg)

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Artikel „Elisabeth Charlotte, Kurfürstin von Brandenburg“ von Bernhard Erdmannsdörffer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 15–16, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Elisabeth_Charlotte_(Kurf%C3%BCrstin_von_Brandenburg)&oldid=2495478 (Version vom 15. Dezember 2017, 14:00 Uhr UTC)
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Wikipedia-logo-v2.svg Elisabeth Charlotte von der Pfalz (1597–1660) in der Wikipedia
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Elisabeth Charlotte, Kurfürstin von Brandenburg, Gemahlin Georg Wilhelms, die Mutter des großen Kurfürsten, geb. 1597, † 1660. Eine Tochter des Kurfürsten Friedrich IV. von der Pfalz wurde sie im Juli 1616 mit dem damaligen Kurprinzen Georg Wilhelm von Brandenburg vermählt, der drei Jahre später seinem Vater Johann Sigismund in der Kurwürde nachfolgte. Die Ehe hatte insofern eine Art politischer Bedeutung, als sie bestimmt war, das kurz zuvor zum reformirten Bekenntniß übergetretene brandenburgische Haus eng an das pfälzische zu knüpfen, welches damals an der Spitze der deutschen Reformirten stand. Die Schwäche Georg Wilhelms und die überwältigende Macht der Zeitumstände vereitelten indeß die gehofften Folgen dieser Verbindung; von vorübergehenden Ansätzen abgesehen, ging die brandenburgische Politik der nächsten beiden Jahrzehnte ganz andere Wege, als die nahe Verwandtschaft mit dem pfälzischen Hause es mit sich bringen zu müssen schien. Die Kurfürstin E. Ch. war nicht eigentlich eine politische Frau; doch ist erkenntlich, daß sie sich in Uebereinstimmung [16] mit der „reformirten Partei“ am Hofe ihres Gemahls oft bemühte, dem beherrschenden Einfluß des allmächtigen, österreichisch gesinnten Ministers Grafen Adam von Schwartzenberg und der von ihm vertretenen Politik entgegenzuarbeiten. Durchzudringen vermochte sie damit nicht; eine bedeutende Wirkung wird sie aber dennoch insofern erreicht haben, als ihre ausgesprochene Gesinnung offenbar dazu beitrug, dem frühreifen Geist ihres Sohnes Friedrich Wilhelm die Richtung zu geben, die dann mit seinem Regierungsantritt im J. 1640 zum Durchbruch kam. In den letzten Jahren ihres Lebens residirte sie meist in dem ihr als Wittwensitz zugetheilten Crossen, wo sie am 26. April 1660 starb. Eine Anzahl ihrer Briefe, inhaltlich wenig bedeutend, ist gedruckt bei v. Orlich, Friedrich Wilhelm d. gr. Kurfürst (Berlin 1836), Anhang S. 32 ff.

Vgl. v. Orlich, Gesch. d. preuß. Staates im 17. Jahrh. I. 515 ff. – Cosmar, Beiträge zur Untersuchung der gegen den Grafen v. Schwartzenberg erhobenen Beschuldigungen (Berlin 1828).