ADB:Erhardt, Johann Simon

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Artikel „Erhardt, Johann Simon“ von Carl von Prantl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 201, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Erhardt,_Johann_Simon&oldid=- (Version vom 14. Oktober 2019, 11:13 Uhr UTC)
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Erhardt: Joh. Simon E., geb. 30. März 1776 in Ulm, † 24. Juni 1829 in Heidelberg, hatte 1809 eine erste Anstellung an der Studienanstalt zu Schweinfurt gefunden, kam von da 1810 als Oberprimärlehrer nach Ansbach und 1811 an das Realgymnasium zu Nürnberg, von wo er 1812 als Universitäts-Professor nach Erlangen übersiedelte; von dort wurde er im Herbste 1817 an die Universität Freiburg i. Br. berufen, und seit 1823 wirkte er in gleicher Thätigkeit in Heidelberg. Seine Schriften sind: „Vorlesungen über die Philosophie und das Studium derselben“, 1810; „Das Leben und seine Beschreibung“, 1816; „Volkmar’s Bekenntnisse und Lebensgeschichte“, 1817; „Ueber Begriff und Zweck der Philosophie“, 1817; „Philosophische Encyklopädie“, 1818; dann gab er eine Zeitschrift „Eleutheria oder Freiburger litterarische Blätter“ heraus, von welcher drei Bände (1819 f.) erschienen; dort sind von seiner Feder außer historischen Aufsätzen über Kaiser Maximilian I. und über Wilibald Pirkheimer und einer kurzen Erörterung über die Abstammung des Wortes Gott die Abhandlungen: „Ueber die Verwechslung des Verstandes mit der Vernunft“, „Aphorismen über den Staat“ und „Vordersätze zur Aufstellung einer systematischen Anthropologie“. Hernach erschienen noch von ihm „Vom philosophischen Genie“, 1822 und „Einleitung in das Studium der gesammten Philosophie“, 1824. Sein philosophischer Standpunkt, dessen Durchführung allerdings sowol umfassende Umsicht als auch genaue Schärfe vermissen läßt, knüpft wol an Schelling’s Identitätssystem an, gibt aber demselben sofort jene Wendung, welche in Eschenmayer’s Psychologie zu Tage trat; so legt E. die Seele als ursprüngliches Einheitsprincip des Leibes und des Geistes zu Grunde und führt den Parallelismus der makrokosmischen Weltseele und der mikrokosmischen Menschenseele unter der Wirksamkeit der vier Gesetze der Beharrung, der Entzweiung, der Entwicklung und der Erregung durch.

Neuer Nekrolog der Deutschen (Jahrg. 1829; die Angabe der Schriften Erhardt’s ist daselbst unvollständig).