ADB:Erichson, Johann (Ästhetiker)

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Artikel „Erichson, Johann“ von Adolf Häckermann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 214, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Erichson,_Johann_(%C3%84sthetiker)&oldid=- (Version vom 23. September 2019, 01:29 Uhr UTC)
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Erichson: Johann E., Professor der Aesthetik, auch Doctor der Theologie in Greifswald, geb. zu Stralsund im September 1777, † 16. December 1856. Von 1783–95 besuchte er das städtische Gymnasium und studirte 1795–98 in Jena, 1799 in Greifswald Theologie, wandte sich jedoch in steigendem Maße der Philosophie, sowie den schönen Wissenschaften zu. Nachdem er 1804 als Candidat der Theologie examinirt und zum Doctor der Philosophie promovirt war, begab er sich nach kurzem Aufenthalt in Berlin und Dresden 1805 nach Wien und widmete sich hier bis 1814 namentlich ästhetischen und philosophischen Studien; auch trat er in nähere Bekanntschaft mit Beethoven, später mit Goethe und Varnhagen von Ense, welcher sein scharfes Urtheil und seinen feinen Geschmack wiederholt rühmend erwähnt. In dieser Zeit gab er unter dem Titel „Griechischer Blumenkranz“ eine Auswahl aus der lyrischen Poesie der Griechen in Uebersetzungen (1810) und (1811) eine Zeitschrift „Neue Thalia“ heraus; auch unterstützte er den regierenden Fürsten von Lobkowitz bei dessen litterarischen Studien und Arbeiten. Im J. 1814 nach Greifswald zurückgekehrt, ward er Adjunct der philosophischen Facultät für deutsche Stilistik, Latinität und Aesthetik, 1822 außerordentlicher, 1830 ordentlicher Professor. Als solcher hatte er zugleich die Professur der Eloquenz und hielt gewöhnlich die Festreden am Geburtstage des Königs, von denen die meisten im Druck erschienen sind, theils über ästhetische Stoffe, theils über die Probleme der Theodicee von Leibniz. Außerdem machte er sich durch die Begründung einer Zeitschrift verdient, welche unter dem Namen „Akademisches Archiv“ 1817 erschien und unter einer Reihe trefflicher Aufsätze anderer Gelehrter auch mehrere ästhetische und philologische Arbeiten von ihm selbst enthält. In seinem Wesen verband er Würde mit feinem Takt und zeigte wohlwollendes Interesse für die studirende Jugend.

Kosegarten, Gesch. der Univers. Greifswald. Biederstedt’s Nachrichten von den jetzt lebenden Schriftstellern in Neuvorpommern und Rügen. Personalacten der Greifswalder Univers.