ADB:Eunicke, Friedrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Eunike, Friedrich“ von Moritz Fürstenau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 431, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Eunicke,_Friedrich&oldid=- (Version vom 18. April 2019, 20:47 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Euler, Leonhard
Nächster>>>
Evenius, Sigismund
Band 6 (1877), S. 431 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friedrich Eunicke in der Wikipedia
GND-Nummer 141628758
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|6|431|431|Eunike, Friedrich|Moritz Fürstenau|ADB:Eunicke, Friedrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=141628758}}    

Eunike: Friedrich E., geb. zu Sachshausen bei Oranienburg 6. März 1764 als Sohn des dortigen Cantors, erhielt den ersten Musikunterricht von seinem Vater. Wegen Mittellosigkeit konnte er das Studium der Theologie, zu welchem er anfänglich bestimmt war, nicht durchführen und trat deshalb in Berlin als Präfect in den Köllnischen Currende-Chor ein. Seine schöne Tenorstimme verschaffte ihm 1786 den Ruf als markgräflicher Kammersänger nach Schwedt, wo er zum erstenmale die Bühne betrat und sich 1788 mit der Schauspielerin Henriette Rosine Schüler verheirathete, welche später nach der Trennung von ihm im J. 1797 so berühmt werden sollte als Frau Hendel-Schütz. Im J. 1788 kam E. in Engagement nach Mannheim, 1789 nach Mainz, 1792 nach Bonn, 1793 nach Amsterdam an die deutsche Oper und 1795 nach Frankfurt a. M., überall den größten Beifall findend. 1796 trieben ihn die Kriegsunruhen nach Berlin, wo er Anstellung beim Nationaltheater fand und bis zu seiner Pensionirung im J. 1823 als erster Tenorist eine Zierde der Oper war. Im Besitze gründlicher musikalischer Kenntnisse war er auch thätig als Componist. Schon 1792 erschien zu Bonn bei Simrock und in Darmstadt bei Boßler ein von ihm verfertigter Clavierauszug zu Mozart’s „Zauberflöte“. Auch mehrere Lieder von ihm kamen im Druck heraus, wie er denn einige Gesänge für die Berliner Liedertafel componirte, deren Mitglied er war. Hochbetagt starb E. in Berlin am 12. Septbr. 1844.

Therese E., zweite Gattin des vorigen, Tochter des Violinisten Ignaz Schmachhofer[1], geb. 24. Novbr. 1776 zu Mainz, gehörte schon seit 1793 der Bühne an und kam nach verschiedenen Engagements in Mainz, Amsterdam und Frankfurt a. M. 1796 ebenfalls an das königl. Nationaltheater nach Berlin, wo sie 1797 E. heirathete. Geschätzt im Fache der komischen Oper und auch im Lustspiel als Soubrette, ward sie 1830 pensionirt und starb am 16. März 1849 in Berlin.

Johanne E., älteste Tochter der vorigen, war 1798 in Berlin geboren. Im Besitze einer herrlichen hohen Sopranstimme und einer höchst anziehenden Aeußerlichkeit, gehörte sie von 1813–25, in welchem Jahre sie sich mit dem berühmten Historienmaler Professor Krüger verheirathete, der Berliner königlichen Oper als vorzügliche Soubrette an. Sie starb am 28. August 1856 in Berlin.

Katharina E., die jüngere Schwester der vorigen, ließ sich zuerst 1823 als Concertsängerin in Berlin hören und trat 1824 beim Königstädtischen Theater in Engagement, wo sie mit Geist in der damals entstandenen Berliner Localposse den schlagfertigen Verstandeston der Berlinerinnen einhielt. Verheirathet mit dem Violinisten Mühlenbruch, ging sie mit diesem 1830 nach Bremen, dann Schwerin und starb dort im J. 1842.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. S. 431. Z. 26 v. u. l.: Schwachhofer (st. Schmachhofer). [Bd. 7, S. 796]