ADB:Fischer, Reinhard Ferdinand Heinrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Fischer, Reinhard Ferdinand Heinrich“ von August Wintterlin in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 81, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Fischer,_Reinhard_Ferdinand_Heinrich&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 20:35 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Fischer, Sebastian
Band 7 (1878), S. 81 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Reinhard Ferdinand Heinrich Fischer in der Wikipedia
GND-Nummer 117509884
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|7|81|81|Fischer, Reinhard Ferdinand Heinrich|August Wintterlin|ADB:Fischer, Reinhard Ferdinand Heinrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117509884}}    

Fischer: Reinhard Ferdinand Heinrich F., Architekt, geboren zu Stuttgart den 18. Juni 1746, † daselbst als Major und Oberbaudirector den 25. Juni 1813. F. wurde von seinem Vater, einem herzoglichen Hofkammerrathe, nach Ablauf der Gymnasialzeit zur Vorbereitung auf die Baukunst zuerst dem Bildhauer Beyer, dann dem Maler Guibal in die Lehre gegeben, durfte auch daneben die im J. 1761 von Herzog Karl gegründete Académie des Arts benützen. Die Architektur erlernte er bei dem Oberbaudirector P. L. Ph. de la Guepière, mit welchem er einen Hauptantheil an dem Ausbau des neuen Schlosses in Stuttgart nahm. Herzog Karl verwendete den begabten jungen Mann, ohne ihn vorher durch Reisen eine gründlichere Bildung gewinnen zu lassen, sehr bald selbständig, um durch ihn seine architektonischen Ideen, oder besser gesagt, Baulaunen in einer allezeit überhasteten Weise zur Ausführung bringen zu lassen (s. darüber Goethe, Auf einer Reise in der Schweiz etc., wo F. nicht genannt, aber öfters gemeint ist). F. entledigte sich dieser Aufgaben immerhin mit großer Leichtigkeit der Erfindung, viel praktischem Geschick und einer staunenswerthen Arbeitskraft; seinen Stil bildete er sich freilich ganz nach dem mehr auf heitere Pracht als durchgebildete Schönheit gerichteten Geschmacke seines Herzogs. Die meisten der nach seinen Plänen auf der Solitüde, in Stuttgart, zu Hohenheim und sonst ausgeführten Gebäude-, Park- und Gartenanlagen sind längst wieder verschwunden. Unter den noch vorhandenen sind hervorzuheben: das Bärenschlößchen im Solitüdepark, der sogen. Speisesaalflügel des ehemaligen Akademiegebäudes in Stuttgart mit den schönen Sälen der jetzigen königl Handbibliothek, das Lustschloß zu Scharnhausen und die Kirche zu Birkach bei Hohenheim. Auch für andere Herrschaften und Privatleute hat F. in vielen Städten Würtembergs und darüber hinaus manches stattliche und wegen seiner bequemen Einrichtung noch heute geschätzte Haus gebaut. An der hohen Karlsschule entfaltete er seit 1775 als Professor der Baukunst eine anerkennenswerthe Thätigkeit. F. diente auch noch den Nachfolgern Herzog Karls, bis er im J. 1802 in den Ruhestand versetzt wurde. Ein Sohn von ihm, † Oberbaurath Ferdinand F., trug als Vorstand und erster Hauptlehrer der polytechnischen Schule in Stuttgart von 1834–52 viel zur Gründung der jetzt blühenden Stuttgarter Architektenschule bei.

Vgl. Wagner, Gesch. d. H. Karlsschule, Bd. II. S. 189 ff., und Nicolai, Reise etc., Bd. X. S. 92.