ADB:Franck, Salomo

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Franck, Salomo“ von Carl Bertheau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 7 (1878), S. 213–214, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Franck,_Salomo&oldid=- (Version vom 25. August 2019, 20:37 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Franck, Melchior
Band 7 (1878), S. 213–214 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Salomon Franck in der Wikipedia
GND-Nummer 121199398
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|7|213|214|Franck, Salomo|Carl Bertheau|ADB:Franck, Salomo}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=121199398}}    

Franck: Salomo F. (nicht Frank, Francke), Dichter, namentlich geistlicher Lieder, wurde am 6. März 1659 zu Weimar geboren, wo sein Vater, Jacob F., Kammersecretarius war. Er studirte Jurisprudenz, beschäftigte sich aber von früh an auch mit dem Studium alter und neuer Dichter. Schon als Jüngling ward er Mitglied der fruchtbringenden Gesellschaft, in welcher er der „Treumeinende“ hieß. Nach Vollendung seiner Studien fand er in Zwickau, darauf seit dem J. 1689 in Arnstadt und hernach im J. 1697 in Jena Anstellung; an den [214] beiden letzteren Orten als Regierungssecretär. Spätestens im J. 1702 ward er vom Herzog Wilhelm Ernst nach Weimar als „gesammter Oberconsistorialsecretär“ berufen; hier wurde er hernach auch Bibliothekar und Verwalter des herzoglichen Münzcabinets. Als treuer und in seinen verschiedenen Stellungen hochgeachteter Diener seines frommen Landesherrn starb er im J. 1725, wahrscheinlich am 11. Juli (nicht Juni), in seinem 67. Lebensjahre. Sein Wahlspruch war: Non est mortale quod opto; zur Wahl desselben war er wol dadurch veranlaßt, daß er in verhältnißmäßig kurzer Zeit den Tod aller Derer, die ihm nahe standen, erleben mußte, wie denn seitdem Sterbegedanken sich in seinen geistlichen Liedern besonders häufig finden. Als Dichter bildete er sich besonders an Johann Rist und Georg Neumark. Nachdem er schon im J. 1685 einen Band geistlicher Poesien veröffentlicht hatte, erschienen seine „Geistlichen und weltlichen Poesien“ in zwei Theilen 1711 und 1716; einige andere Gedichtsammlungen sind von geringerer Bedeutung. Seine weltlichen Gedichte, wie er sie selbst nennt, sind fast ohne Ausnahme Gelegenheitsgedichte: Ehren-, Hochzeit-, Leichengedichte, Grabschriften u. dgl.; sie sind jetzt wol alle vergessen. Hingegen seine geistlichen Lieder, die auch ohne Frage an Sprache und Inhalt höher stehen als die anderen, sind theilweise noch bekannt und einige von ihnen sind mit Recht auch in neueren Gesangbüchern zu finden, so z. B. das Lied „Auf meinen Jesum will ich sterben“ und das „Mein Gott, wie bist du so verborgen“. Eines seiner schönsten Lieder ist das „Auf Christi Begräbniß gegen Abend“, welches beginnt: „Mein Heiland wird zur Abendzeit begraben“, ein Lied, dessen Gedanken und sogar Worte nicht selten an das Recitativ der Matthäuspassion von Bach: „Am Abend, da es kühle war“ erinnern, sodaß nicht unwahrscheinlich ist, daß der Verfasser des Textes derselben (Henrici) mit dem Franck’schen Liede bekannt war. F. selbst dichtete auch Texte zu Arien und Cantaten; an der Composition der letzteren mußte sich auf des Herzogs Befehl Johann Sebastian Bach betheiligen (vgl. Band I. S. 732). – Ob das Lied „Ach Gott, verlaß mich nicht; gib mir die Gnadenhände“ von ihm herstammt oder nicht, ist noch immer nicht ausgemacht. Joh. Mart. Schamelius, der mit ihm bekannt gewesen sein könnte, ließ es in seinem „Evangelischen Lieder-Commentarius“ unter Franck’s Namen im J. 1724, als dieser also noch lebte, drucken; in seinen Gedichtsammlungen findet es sich jedoch nicht, wol aber kommt in ihnen ein Vers vor, der mit den Worten „Ach Gott, verlaß mich nicht“ beginnt und schließt; möglicherweise ist dieser die Veranlassung gewesen, ihm irrthümlich jenes Lied beizulegen. Außer eignen Gedichten veröffentlichte er noch eine Uebersetzung des Phädrus, durch welches Buch er in die Reihe derer eintritt, die um jene Zeit die Fabeln des Aesop und Phädrus bekannt machten (s. Koberstein, Geschichte der deutschen Nationallitteratur, 5. Aufl. II. S. 293), und gab eine mehrfach aufgelegte Anweisung zum Kanzleistil mit auserlesenen „Staatsbriefen“ und einige numismatische Schriften heraus.