ADB:Göchhausen, Johannes von

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Artikel „Göchhusen, Johannes von“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 305–306, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:G%C3%B6chhausen,_Johannes_von&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 08:50 Uhr UTC)
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Göchhusen: Johannes v. G. (Gochhusen, Göchhuß, Gökhusen, Gekuß), † 1538, geb. in Erfurt, seit 1520 Kanzler des Herzogs Magnus I. von Lauenburg, gelehrt, tüchtig, dem Lutherthum ergeben, in die hanseatischen Verhältnisse eingeweiht, dem vorzugsweise die friedliche Haltung des unruhigen Herzogs gegenüber Lübeck und Hamburg zu danken sein wird. In den Hadelschen Verhältnissen ist er seit 1521 thätig, 1526 ordnete er die Kirchenverhältnisse des seit 1525 an Magnus vom Erzbischof Christoph zurückgegebenen Ländchens durch eine lutherische, gerühmte Kirchenordnung nach einer durch den Lüneburger Prediger Andreas Garding gehaltenen Visitation. Aus Mißverständniß ist er daher später als „Johannes Gekuß“ oder „Mag. Johann Geckhusen“ selbst für einen Prediger gehalten. Erster lutherischer Pastor in Otterndorf seit 1526 war Johann v. Daventer, † am 1. Oct. 1565 an der Pest. In Lauenburg konnte G. wegen der Verhältnisse des Bisthums Ratzeburg die Reformation nicht völlig durchführen; den Bischof (Georg v. Blumenthal seit 1524) versuchte G. zum lauenburgischen Landstand, durch Auferlegung der Fräuleinsteuer auf das Stift 1525, bei der Vermählung von Magnus’ Tochter Dorothea mit dem späteren König Christian III. vergeblich herabzudrücken, denn 1532 mußte er selber die vom Herzog mit Beschlag belegten Stiftsgüter zurückliefern. Seine Stellung zu Magnus störte selbst nicht ein Proceß beim Reichskammergericht wegen eines ihm selber entzogenen Gutes. Durch die Heirath der Prinzessin Katharina mit König Gustav I. von Schweden, 24. September 1531, trat er zu diesem in nähere Beziehung, welcher ihn 1537 zu den Verhandlungen mit Lübeck in Kopenhagen zuzog und ihn später auch als Rath, wol wesentlich in hansischen Verhältnissen verwandte. In Schweden wurde er vom König sehr gefeiert, er starb in Ratzeburg. [306] Ein Sohn, Wilhelm, wurde unter dem Erzbischof von Bremen, Heinrich, dem Großsohne des Magnus, Amtmann der Börde Lamstedt 1570 (bis 1614). Vom Kanzler stammen die Freiherrn v. G.

v. Kobbe, Gesch. und Landesbeschr. d. Herz. Lauenburg II. S. 228 und sonst; z. Th. nach Lenz in Braunschw. Gel. Anz. 1752, St. 52. Spangenberg, N. Vaterl. Archiv 1823. I. S. 395, 1831. S. 107. Vaterl. Arch. des hist. Vereins für Niedersachsen 1840, S. 38. Wegen Daventer, v. Westphalen, Mon. ined. III. S. 1135. Allg. D. Biogr. VIII, 371.