ADB:Gelinek, Hermann Anton

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Artikel „Gelinek, Hermann Anton“ von Moritz Fürstenau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 8 (1878), S. 543, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Gelinek,_Hermann_Anton&oldid=- (Version vom 23. April 2019, 14:29 Uhr UTC)
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Gelinek: Hermann Anton G., geb. zu Horzeniowes in Böhmen am 8. August 1709, trat 1728 in das Prämonstratenserkloster in Seelau ein und wurde, nachdem er die Priesterweihe erhalten hatte, nach Wien geschickt, um dort die Rechte zu studiren. Nach der Rückkehr in sein Kloster ward er zum Professor der allgemeinen Geschichte und zum Director der Kirchenmusik ernannt. Als geschickter Violinist und Organist errang er bald solche Anerkennung, daß in ihm der Wunsch entstand, zu reisen. Er ging zunächst nach Paris, wo er sich mit viel Erfolg auch vor dem König hören ließ. In Neapel, wo er einige Jahre blieb, nahm er den Namen Cervetti an, gleichsam das italienische Diminutiv von Cervo (Hirsch), wie das böhmische Gelinek oder Jelinek das Diminutiv von Jelen (Hirsch) ist. Ersch und Gruber nennt ihn irrig Cerretti und J. Meyers Gr. Convers. Lexikon gar Corvetti. Ins Kloster zurückgekehrt, ging G. mit Erlaubniß seiner Oberen einige Zeit nach Prag, wo er sich beim damaligen Großprior des Maltheser-Ordens aufhielt. Von hier wieder nach Seelau zurückberufen, erwachte die Lust zum Reisen abermals so mächtig in ihm, daß er 1779 zum dritten Male das Kloster verließ und wiederum nach Italien ging, wo er in Mailand am 5. Decbr. 1779 starb. Von seinen Compositionen sollen einige Concerte und Sonaten für Violine gedruckt worden sein. Andere Werke für Kirche und Orgel soll das Kloster zu Seelau bewahren.

Johann Gelinek, sein Bruder, war Organist bei St. Wenzel auf der Kleinseite in Prag und soll ein trefflicher Lautenspieler gewesen sein. Er starb 1780 in Prag. Zwischen diesen beiden Brüdern und dem nachfolgenden Abbé Gelinek scheinen übrigens keine verwandtschaftlichen Verbindungen bestanden zu haben.