ADB:Goldhorn, Johann David

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Artikel „Goldhorn, Johann David“ von Gustav Frank in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 334, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Goldhorn,_Johann_David&oldid=- (Version vom 15. September 2019, 19:19 Uhr UTC)
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Goldhorn: Johann David G., geb. am 12. September 1774 zu Püchau, einem Dorfe zwischen Wurzen und Eilenburg, † am 23. October 1836 in Leipzig, besuchte die Landesschule in Grimma, wo er den Grund zu seiner Fertigkeit im Latein legte und, um Theologie zu studiren, die Universität Leipzig, wo er sich besonders an den grammatisch-historischen Exegeten K. A. G. Keil anschloß. Nach Vollendung seiner Studien wurde er Katechet an der Peterskirche, dann Sonnabendsprediger zu St. Nikolai in Leipzig, hierauf Pfarrer in Leutsch bei Leipzig, später Subdiaconus an der neuen Kirche, Diaconus und Archidiaconus an der Thomaskirche, 1834 Pastor an der Nicolaikirche in Leipzig. Mit dem geistlichen Amte verband er seit 1819 eine ordentliche Professur der Theologie. Ohne selbst mit größeren gelehrten Werken hervorzutreten, hat er hinterlassene Werke Anderer (wie F. A. Carus, Psychologie der Hebräer, 1809, Keilii opuscula academica, 1821, Tzschirner’s Predigten, 2. Aufl., 4 Bde., 1829) herausgegeben, und gelehrte Freunde (wie Tzschirner und Bretschneider) haben seinen litterarischen Rathschlag gerne eingeholt. Seine eigene, auf „die Praktik der Theologie“ gerichtete schriftstellerische Thätigkeit concentrirte sich in der Mitarbeit an dem „Magazin für Prediger“ von Tzschirner und Röhr und an dem von ihm mitredigirten „Journal für Prediger“. Als Universitätslehrer machte er sich, obwol selbst kein hinreißender Redner, besonders verdient um die homiletische Bildung der Studirenden. Seine klare Verständigkeit führte ihn der Denkart zu, welche „den rationalen Inhalt des Christenthums als dessen bleibendes Wesen betrachtet“. Bretschneider rühmte daher von ihm, daß er sich, so theuer ihm auch das Christenthum und die Kirche waren, von der Ansteckung der frömmelnden Modetheologie frei erhalten habe. Eine Auswahl seiner Predigten und Casualreden edirte nach seinem Tode R. O. Gilbert in 3 Theilen, 1838–40.

Joh. Dav. Goldhorn. Ein biographischer Versuch von D. J. H. Goldhorn. Halle 1837. Neuer Nekrolog der Deutschen, Bd. XIV.