ADB:Hänlein, Heinrich Carl Alexander

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Artikel „Hänlein, Heinrich Karl Alexander“ von Gustav Moritz Redslob in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 519–520, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:H%C3%A4nlein,_Heinrich_Carl_Alexander&oldid=- (Version vom 16. September 2019, 04:52 Uhr UTC)
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Hänlein: Heinrich Karl Alexander H., evangelischer Theologe, geboren am 11. Juli 1762 zu Ansbach, † am 15. Mai 1829. Er war der Sohn eines höheren Brandenburg-Ansbachischen Verwaltungsbeamten, erhielt den ersten Unterricht im elterlichen Hause und besuchte von 1772 an das Gymnasium [520] zu Ansbach. Seine Studien begann er 1782 auf der Universität Erlangen in der Theologie, Philosophie und Philologie, setzte sie 1784 in Göttingen fort und wurde hier 1786 theologischer Repetent, auch 1788 Doctor der Philosophie. Eine außerordentliche Professur der Theologie, verbunden mit dem akademischen Predigtamte, wurde ihm 1789 in Erlangen zu Theil, dazu 1795 die theologische Doctorwürde und 1801 der Charakter eines Consistorialraths. Aus Gesundheitsrücksichten zog er es indessen 1803 vor, diese Stellung aufzugeben und eine Ernennung zum ordentlichen Mitgliede des Consistoriums und Stiftsprediger in Ansbach anzunehmen. Als das Fürstenthum Ansbach 1806 an Baiern gekommen war, blieb H. unter der neuen Regierung zunächst in seiner bisherigen Stellung, folgte 1808 aber einer Berufung nach München als erster ordentlicher Oberkirchenrath in dem damals neuerrichteten protestantischen Oberconsistorium, zu dessen Director er 1818 befördert wurde. In dieser Steltung entfaltete er eine rastlose kirchenpolitische Thätigkeit; er machte sich namentlich um die Organisation der protestantischen Gemeinden in Baiern, des Predigtamtes und des Gottesdienstes hoch verdient und trug viel zur Weckung und Förderung kirchlichen Sinnes bei. Im J. 1828 machten sich körperliche Leiden stark fühlbar; zu seiner Erholung begab er sich im Mai des nächsten Jahres zu seinem Sohne nach Eßlingen, woselbst er jedoch, kaum angelangt, an einem Nervenschlage starb. H. war ebensowol als Kanzelredner, wie als akademischer Lehrer ausgezeichnet, als Schriftsteller jedoch, namentlich in der späteren durch seine praktische Thätigkeit ganz in Anspruch genommenen Lebenszeit, weniger fruchtbar. Seine vorzüglicheren Werke sind: „Handbuch der Einleitung in die Schriften des neuen Testaments“, 3 Thle., 1794, 2. Aufl. 1801–9. „Lehrbuch der Einleitung in die Schriften des neuen Testaments für Akademien und Gymnasien“, 1802. „Epistola Judae graece, commentario critico et annotatione perpetua illustrata“, 1799. Ed. nova. 1804. Außerdem Dissertationen, Programme und Predigten. Auch redigirte er mit Ammon und Paulus das „Neue theologische Journal“ (die Fortsetzung von J. Chr. Döderlein’s „Theologischem Journal“) 1793 ff.

Vgl. Neuer Nekrolog, 1829, I. 427. Fikenscher, Gelehrtengeschichte von Erlangen, I. 160.