ADB:Hanker, Garlieb

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Artikel „Hanker, Garlieb“ von Otto Beneke in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 519, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hanker,_Garlieb&oldid=- (Version vom 23. Januar 2020, 16:50 Uhr UTC)
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Hanker: Garlieb H., Rechtsgelehrter und Dichter, geboren zu Hamburg den 10. September 1758, aus einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie, des Senators Christian H. Sohn. Er studirte seit 1779 die Rechtswissenschaft, anfangs in Göttingen, dann in Gießen, woselbst er im Mai 1783 den Licentiatengrad erlangte. In seine Vaterstadt heimgekehrt gehörte er hier dem Advocatenstande an, vermuthlich ohne eine große Praxis zu suchen, jedenfalls ohne eine Anstellung zu begehren oder ein Ehrenamt zu wünschen, seine Muße den Musen widmend. Schon als Jüngling offenbarte er mehr Neigung zur sogen. schönen Litteratur als zur Jurisprudenz, denn schon als Gymnasiast und später als Student veröffentlichte er eine Reihe Dichtungen, zum Theil Erzählungen, größtentheils aber Dramen, jedoch entweder anonym, oder unter dem Namen F. L. Epheu. Nachmals gingen wol noch manche kleinere Dichtungen aus seinem poetischen Stilleleben und in geachtete Zeitschriften über, größere Werke aber, wenn er solche geschaffen, hielt er im verschwiegenen Schreibtisch zurück, da er, der sich stets innerhalb der bescheidenen Grenzen eines bloßen Dilettanten bewegte, deren Herausgabe für unpassend erachtet zu haben scheint. Von seinen in den J. 1779–85 erschienenen 19 dramatischen und anderen poetischen Schriften erlebte einzig das Trauerspiel „Sophonisbe“, zuerst gedruckt 1782, die Ehre einer 2. Auflage im J. 1794. – Er starb den 5. März 1807, 5 Jahre nach seiner Verheirathung. – Das Verborgenbleiben hinter einem Schriftstellernamen mag viel beigetragen haben zu dem schnellen Versinken seiner Dichtungen in Nacht der Vergessenheit; hinter dem Epheu suchte in Hamburg Niemand den H., selbst Thieß in seiner Hamburger Gelehrten-Geschichte kennt und nennt ihn nicht, und nur wenige der späteren Handbücher der deutschen Litteratur dürften seiner erwähnen, über dessen jugendliches Dichten und Trachten auch Wehl in „Hamburgs Litteraturleben im 18. Jahrhundert“ schweigend hinweg geht. Wir glaubten sein Andenken hier bewahren zu sollen.

Hamb. Schriftsteller-Lexikon Bd. 3 S. 88, und Meusel Bd. 2 S. 73 u. Bd. 11 S. 316.