ADB:Hallervord, Johann

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Artikel „Hallervord, Johann“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 443, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hallervord,_Johann&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 18:48 Uhr UTC)
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Hallervord: Johann H., ein nicht verdienstloser Bibliograph des 17. Jahrhunderts, wurde zu Königsberg am 15. Nov. 1614[1] als der Sohn eines Buchführers geboren. Nachdem er in der Kathedralschule seiner Vaterstadt die nöthigen Vorkenntnisse erhalten, besuchte er mehrere Jahre lang die philologischen Vorlesungen der Universität und widmete alle seine übrigen Stunden der Befriedigung der ihm gleichsam angeborenen Neigung zur Bücherkenntniß, wozu ihm sowol die Verbindung eines Anverwandten mit berühmten Buchhändlern als auch der ihm gewährte Zutritt zu den bedeutendsten Bibliotheken Königsbergs die günstigste Gelegenheit gewährte. Auch erfreute er sich der Gönnerschaft des Theologen und Bibliothekars der Schloßbibliothek, des nachherigen Generalsuperintendenten M. Silv. Grabe (Bd. IX S. 538), der eine fast 6600 Bände starke Bibliothek besaß, deren Benutzung H. gestattet war. Nicht minder suchte er durch Reisen sein bibliographisches und litterargeschichtliches Wissen zu vervollkommnen, wie dieselben es ihm auch ermöglichten, Handschriften und seltene Ausgaben zu sammeln, unter welchen mehrere Wiegendrucke. Im Besitze eines ansehnlichen Materials veröffentlichte er zuerst: „De historicis latinis spicilegium“, 1672, eine Schrift, die, obgleich nicht fehlerfrei, doch von Joh. Alb. Fabricius würdig befunden wurde, in seine Supplem. ad Vossium de hist. lat. 1701 aufgenommen zu werden. Ein zweites größeres Werk ist seine „Bibliotheca curiosa“, 1676, worin von 2896 alten und neuen Schriftstellern fast aller Nationen, auch von verschiedenen Anonymen und Pseudonymen bibliographische Nachrichten gegeben werden. Er starb, erst 32 Jahre alt, zu Königsberg am 20. (nicht 22.) August 1676 und hinterließ mehrere zum Theil völlig ausgearbeitete Manuscripte, die ungedruckt geblieben sind. Hätte H. länger gelebt, so würde er ohne Zweifel Genügenderes und Besseres geleistet haben, obgleich ihm auch in diesen beiden Werken der richtige bibliographische Tact nicht abzusprechen ist. Was dagegen seine Titelschriften anbelangt, so genügen sie den heutigen Anforderungen nur ausnahmsweise; sein unläugbar größtes bibliographisches Verdienst ist die nicht seltene Angabe der Namen der Buchdrucker oder Verleger.

G. Chr. Pisanski, Joh. H.’s Verdienste um die Gelehrtengesch. Hoffmann im Serapeum 1868, 281–85. Joh. Fabricius, Histor. Bibl. V, 459–60.

[Zusätze und Berichtigungen]

  1. Hallervord, Joh. X 443 Z. 22 v. o. l.: 1644 (statt 1614). [Bd. 56, S. 397]