ADB:Hardy, Kaspar Bernard

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hardy, Caspar Bernard“ von Leonhard Ennen in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 597–598, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hardy,_Kaspar_Bernard&oldid=- (Version vom 7. Dezember 2022, 07:04 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Hardtmuth, Josef
Band 10 (1879), S. 597–598 (Quelle).
Wikisource-logo.svg [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Caspar Bernhard Hardy in der Wikipedia
Wikidata-logo.svg Caspar Bernhard Hardy in Wikidata
GND-Nummer 118982354
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|10|597|598|Hardy, Caspar Bernard|Leonhard Ennen|ADB:Hardy, Kaspar Bernard}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118982354}}    

Hardy: Caspar Bernard H., Wachsbossirer und Emailleur, geboren zu Köln den 26. August 1726, † ebendaselbst am 17. März 1819. Schon in frühester Jugend zeigten sich bei ihm unverkennbare Zeichen eines bedeutenden Künstlertalentes. Jeden freien Augenblick benutzte er, um sich im Zeichnen und im Anfertigen von Wachsfiguren zu üben. Erst in vorgerückten Jahren, als er schon Vicar an der Margarethenkapelle war, beschäftigte er sich auch mit Oelmalerei. Copieen beseelte er immer mit dem Geiste des Meisters, und solche, welche er nach de Laer und Breughel verfertigte, wurden fast ebensosehr wie die Originale geschätzt. Mit gleichem Erfolge übte er die Emaille-Malerei. Auch in diesem Kunstzweig lieferte er Werke von besonderer Bedeutung. Sein Weltheiland nach Carlo Dolce, oval, zwei Zoll hoch, erregte die vollste Bewunderung aller Kenner. Als er aus Gesundheitsrücksichten die Emaille-Malerei aufgeben mußte, warf er sich mit der ganzen Kraft seines Talentes auf Muschelschnitzwerke in Form der antiken Cameen und auf Bossirarbeiten in weißer und farbiger Wachsmasse. Im Wachsbossiren hat er eine Stellung errungen, die noch von keinem Andern erreicht worden ist. Er lieferte Basrelief-Bildnisse hervorragender Männer, dann Charakterfiguren und idyllische Darstellungen. Nicht geringere Erfolge als in diesem Kunstzweig errang H. mit seinen Arbeiten in vergoldeter Bronce. Nächst einem äußerst fleißig gearbeiteten Kopfe Homer’s [598] erregten besonders zwei allegorische Gruppen, die „Ars artis imago“ und die „Ars imago vitae“ die vollste Bewunderung jeden Beschauers. Ein von H. in vergoldeter Bronce vortrefflich ausgeführter, ziemlich großer Heiland am Kreuze gehört zu den Schätzen des Kölner Domes.

Nekrolog Hardy’s von F. Wallraf. Handschriftl. Bemerkungen von Forst.